03.04.2025 08:36
Mainz (epd). Das ZDF hat seine neue Selbstverpflichtungserklärung vorgelegt, in der Kernziele für die Jahre 2025 und 2026 definiert werden. Mit seinem Angebot will das Zweite dem wachsenden Druck auf demokratische Gesellschaften und den veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauerinnen und Zuschauer begegnen, wie Intendant Norbert Himmler am 28. März vor dem ZDF-Fernsehrat in Mainz erläuterte. Das ZDF wolle darauf eine Antwort geben und "seinen Mut zum Wandel deutlich" machen.
Weiterhin setzt das ZDF der Verpflichtung zufolge darauf, die Zuschauer unabhängig, objektiv und ausgewogen zu informieren. Ein neues Presenter-Format für Informationen kündigte Himmler für TikTok und Instagram an.
Generell will der Sender mit seinen Zuschauern noch mehr ins Gespräch kommen. Die mit fünf anderen internationalen öffentlich-rechtlichen Sendern entwickelte Plattform Public Spaces Incubator für den digitalen Austausch mit den Zuschauern will das ZDF zunächst im Streaming-Portal und auf "ZDFheute" erproben. Etablierte Formate wie der 1992 eingeführte Ableger vom "Morgenmagazin", "ZDFheute live" und das 2023 eingeführte Meinungsbarometer "ZDFmitreden" setzt der Sender fort.
Himmler verwies zudem auf die neuen Factual-Formate des ZDF, darunter die Dokusoap "Waldis Welt" über den "Bares für Rares"-Händler Walter Lehnertz ab 15. April, die am 21. Mai startende Reihe "Immo-Helden" über Immobilienrenovierungen und -verkäufe und das neue Format "House of Style", das Umstyling verspricht. Damit wolle das ZDF das "Verständnis der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen füreinander stärken".
Geplant sind auch neue Comedyformate, darunter die bereits angekündigte Serie "Club der Dinosaurier", über zwei Jungs, die männlicher werden wollen, und die achtteilige Dramedy-Serie "Chabos" für ZDFneo, über einen jungen Mann, der zurück in die frühen 2000er-Jahre seiner Jugend reist.
Mit Dokumentarfilmen etwa zum Thema Gruppenvergewaltigung für ZDFinfo oder die Doku-Reihe "Inside Auswärtiges Amt" will das Zweite aufklären und Hintergründe beleuchten. Unter dem Arbeitstitel "Das geteilte Land" entsteht laut Himmler eine datenjournalistische Dokumentation, die sich mit der deutschen Wiedervereinigung beschäftigt.
Zum 80. Jahrestag des Kriegsendes verwies der ZDF-Intendant auf die beiden Dreiteiler "Auschwitz - Überleben in der Hölle" und "Roadtrip 1945", die beide bereits in der Mediathek abrufbar sind.
Mit der wöchentlichen Drama-Serie "Crystal Wall", die das ZDF ab 10. April in der Mediathek ausstrahlt, will der Sender laut Himmler junge User für sein Streaming-Portal gewinnen. Die Young-Romance- und New-Adult-Ausrichtung bezeichnete er als Genre-Innovation im deutschen Markt.
Generell will das ZDF in den nächsten zwei Jahren rund 25 fiktionale Projekte mit filmischem Nachwuchs realisieren. Im Rahmen der Dokumentarfilmreihe "DocuMe" sollen ebenfalls mehrere Filme pro Jahr entstehen. Ziel sei es, Vielfalt abzubilden und die Kreativwirtschaft zu stärken, erklärte Himmler. Künstliche Intelligenz (KI) kommt ihm zufolge unter anderem bei der Untertitelung und Audiodeskription der Streaming-Angebote und bei der Übersetzung von Inhalten in einfache Sprache zum Einsatz.
Seit 2004 sieht der Rundfunkstaatsvertrag eine Selbstverpflichtungserklärung für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio in einem zweijährigen Turnus vor. Die Erklärungen sollen zeigen, dass die Sender ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen und die Schwerpunkte der geplanten Angebote nennen.
Die ARD will ihre neue Selbstverpflichtungserklärung turnusgemäß Anfang November 2025 veröffentlichen.
cd
Zuerst veröffentlicht 03.04.2025 10:36 Letzte Änderung: 03.04.2025 10:38
Schlagworte: Medien, ZDF, Himmler, Selbstverpflichtung, cd, Fernsehrat, NEU
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