RBB-Programmdirektor: Staatsferne nicht durch Kritik gefährdet - epd medien

18.11.2025 10:37

RBB-Programmdirektor Robert Skuppin hat Verständnis für Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Trotz Staatsferne der Sender sei es auch Aufgabe der Politik, auf Probleme wie mangelnde Effizienz hinzuweisen.

Berlin/Potsdam (epd). Der neue RBB-Programmdirektor Robert Skuppin hat Verständnis für Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus Politik und Bevölkerung geäußert. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hätte sich früher darum kümmern müssen, sich zu verändern", sagte Skuppin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" (Dienstag/Print). Vor diesem Hintergrund sei es trotz Staatsferne der Sender auch Aufgabe der Politik, auf Probleme wie mangelnde Effizienz hinzuweisen. Robert Skuppin ist seit Mitte Oktober RBB-Programmdirektor.

"Das ist eine Kritik, mit der wir umgehen müssen", sagte Skuppin: "Das ändert nichts an unserem Selbstbestimmungsrecht, wie wir Inhalte konkret ausspielen." Er habe deshalb "ein gewisses Verständnis" für kritische Äußerungen aus dem politischen Raum.

Konservative Stimmen

Zu Vorwürfen, konservative Stimmen würden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Skuppin, diese Diskussion sei "sehr alt". Er selbst kenne sie noch aus dem alten Westdeutschland. "Das ZDF ist ja eine Gründung aus dem Vorwurf heraus, die ARD sei zu nahe an der SPD", sagte er: "Das ZDF hieß damals 'Adenauer-Fernsehen', um seinen CDU-freundlichen Kurs zu unterstreichen."

Er sage nicht, "dass am Vorwurf einer linken ARD nichts dran sei", betonte der Programmdirektor: "Wir beschäftigen uns damit und versuchen abzuklären, ob unser Programm ausreichend pluralistisch ist." Sein Eindruck sei jedoch, "dass Menschen mehr Schwierigkeiten haben als früher, eine andere Meinung als ihre eigene zu hören". Es gebe "die Sehnsucht nach einem Wohlfühlprogramm, das stets den eigenen Blick bestätigt". Dies könne jedoch nicht funktionieren.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lob



Zuerst veröffentlicht 18.11.2025 11:37

Schlagworte: Medien, Rundfunk, RBB

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