ARD, ZDF und Deutschlandradio nahmen 2024 10,4 Milliarden Euro ein - epd medien

02.01.2026 09:59

Die öffentlich-rechtlichen Sender nahmen 2024 deutlich mehr als zehn Milliarden Euro ein. Damit ist das deutsche öffentlich-rechtliche System das umsatzstärkste der Welt.

Die Maus, Bernd das Brot und die Biene Maja gehören zu den Sympathieträgern von ARD und ZDF

Frankfurt a.M. (epd). Die Gesamteinnahmen von ARD, ZDF und Deutschlandradio beliefen sich im Jahr 2024 auf 10,389 Milliarden Euro. Dieses Gesamtbudget ergibt sich nach einer Berechnung des Evangelischen Pressediensts aus den Jahresabschlüssen, die die öffentlich-rechtlichen Sender veröffentlicht haben. Das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ist damit das umsatzstärkste der Welt.

Auf die neun ARD-Anstalten entfallen 7,57 Milliarden Euro an Einnahmen, auf das ZDF 2,54 Milliarden, auf Deutschlandradio 279 Millionen Euro. Die Einnahmen der Sender stammen zu gut 85 Prozent aus dem Rundfunkbeitrag sowie aus Werbung und Sponsoring und sonstigen Erträgen. Der Rundfunkbeitrag in Deutschland beträgt derzeit 18,36 Euro pro Monat.

Steigerung um 76 Prozent seit 1995

Das Gesamtbudget von ARD, ZDF und Deutschlandradio betrug im Jahr 1995 noch umgerechnet 5,9 Milliarden Euro, 2017 waren es 8,8 Milliarden. Von 1995 bis 2024 haben sich die Gesamteinnahmen von ARD, ZDF und Deutschlandradio somit um 4,5 Milliarden Euro erhöht, das war eine Steigerung um rund 76 Prozent. Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust betrug in diesem Zeitraum rund 40 Prozent.

Die Erträge der ARD-Anstalten verteilten sich 2024 im Einzelnen wie folgt: Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) steht mit Gesamteinnahmen von 1,671 Milliarden Euro an der Spitze vor dem Südwestrundfunk (SWR) mit 1,306 Milliarden, dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit 1,220 Milliarden und dem Bayerischen Rundfunk (BR) mit 1,205 Milliarden Euro. Es folgen der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit 776 Millionen, der Hessische Rundfunk (HR) mit 593 Millionen und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit 540 Millionen Euro. Der Saarländische Rundfunk (SR) kam auf 138 Millionen Euro Einnahmen, Radio Bremen auf 121 Millionen Euro.

Einnahmen der BBC lagen bei 6,4 Milliarden Euro

Die Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland liegen seit 2022 stabil bei über 10 Milliarden Euro Gesamteinnahmen pro Jahr. 2022 waren es insgesamt 10,03 Milliarden Euro, 2023 10,53 Milliarden. Dass die Erträge 2024 leicht zurückgingen, lag laut Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio unter anderem daran, dass die Anstalten weniger Geld aus dem Rundfunkbeitrag einnahmen.

Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz der britischen BBC lag im Jahr 2024 laut der Datenbank mediadb.eu bei 6,36 Milliarden Euro (5,55 Milliarden britische Pfund). Die italienische Rundfunkanstalt RAI kam 2024 auf 2,60 Milliarden Euro, die öffentlich-rechtliche Holding France Télévisions auf etwa 2,56 Milliarden Gesamteinnahmen. Die beiden Anstalten, die jeweils das gesamte öffentlich-rechtliche Fernsehangebot ihres Landes veranstalten - die RAI zudem die Radioprogramme -, liegen also auf dem Einnahme-Niveau des ZDF (2,54 Milliarden Euro in 2024) mit seinen TV-Programmen ZDF, ZDFneo, ZDFinfo und seinen Beteiligungen an 3sat, Arte, Phoenix, Kika und dem Online-Angebot Funk.

ÖRR rechnet 2026 mit Einnahmen von 10,63 Milliarden Euro

Dass die Gesamterträge des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks erst relativ spät bekannt werden, liegt daran, dass es recht lange dauert, bis die Anstalten ihre Jahresabschlüsse mit den verlässlichen Zahlen offiziell bekanntgeben. Dies geschieht in der Regel, nachdem die Aufsichtsgremien die Zahlen genehmigt haben. Beim Deutschlandradio erfolgte die Genehmigung des Jahresabschlusses 2024 erst in der Hörfunkratssitzung vom 4. Dezember 2025.

Die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender werden auch in diesem Jahr deutlich über 10 Milliarden Euro liegen. Laut den von den jeweiligen Gremien genehmigten Haushaltsplänen für 2026 rechnen die ARD-Anstalten, das ZDF und Deutschlandradio mit Erträgen in Höhe von 10,63 Milliarden Euro.

dra



Zuerst veröffentlicht 02.01.2026 10:59 Letzte Änderung: 02.01.2026 11:18

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, NEU

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