Weimer: Deutsche Welle soll nach Venezuela zurückkehren - epd medien

12.01.2026 14:19

Kulturstaatsminister Weimer hat im Kanzleramt mit venezolanischen Kultur- und Medienschaffenden gesprochen. Er setzt auf ein Ende des Verbots der Deutschen Welle in dem südamerikanischen Land.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (Archivbild)

Berlin (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hofft nach dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro auf eine Rückkehr der Deutschen Welle (DW) nach Venezuela. "Macht der Freiheit des Journalismus eine Tür auf", forderte Weimer am Montag nach einem Empfang venezolanischer Künstlerinnen und Journalisten im Kanzleramt in Richtung der Übergangsregierung in Caracas. Die Deutsche Welle stehe bereit.

"Ich hoffe, dass sich jetzt nicht nur die Gefängnisse, sondern auch die Räume der Information öffnen", sagte Weimer. Sollte die venezolanische Regierung das Verbot des deutschen Auslandssenders aufheben, wäre dies ein wichtiges Signal für eine ernsthafte Demokratisierung, fügte der Kulturstaatsminister hinzu. Ergänzend wolle die Bundesregierung auch venezolanischen Journalismus aus dem Exil fördern.

Exil-Venezolaner vorsichtig hoffnungsvoll

Das Land hatte dem deutschen Auslandssender, der überwiegend aus Mitteln des Kulturstaatsministers finanziert wird, im Frühjahr 2024 die Ausstrahlung des spanischsprachigen Kanals verboten. Darin hatte die Deutsche Welle ein Video verbreitet, in dem Venezuela als das Land mit der weltweit höchsten Korruption eingestuft wird. Im Internet konnten die Inhalte des deutschen Auslandssenders auch nach dem Verbot abgerufen werden.

Die von Weimer eingeladenen venezolanischen Medien- und Kulturschaffenden äußerten sich mit Blick auf die politische Lage in dem Karibikstaat hoffnungsvoll, aber auch besorgt. Sie selbst leben in Deutschland im Exil, Luis Miguel Isava etwa arbeitet als Gastwissenschaftler am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Die Situation in Venezuela sei nach dem US-Angriff und der Gefangennahme Maduros weiter in Bewegung, eine Demokratisierung ungewiss, sagte Isava. Das Augenmerk müsse künftig auf der humanitären Krise in dem Land liegen statt auf geopolitischen Interessen, forderte er.

liw



Zuerst veröffentlicht 12.01.2026 15:19 Letzte Änderung: 12.01.2026 17:30

Schlagworte: Medien, Venezuela, Presse, Kunst, NEU

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