15.01.2026 09:28
Berlin/Caracas (epd). Die Regierung in Venezuela hat seit dem US-Angriff Anfang Januar insgesamt 19 inhaftierte Journalistinnen und Journalisten freigelassen. Dies teilte die venezolanische Pressegewerkschaft (SNTP) am Mittwoch (Ortszeit) mit. Insgesamt waren demnach 24 Medienschaffende aufgrund ihrer Berichterstattung in Haft.
Laut SNTP sind die 18 Männer und eine Frau, die aus dem Gefängnis entlassen wurden, nur unter Auflagen frei und stehen weiter vor Gericht. Zudem litten einige von ihnen aufgrund der Haftbedingungen unter schweren Gesundheitsproblemen. Die Gewerkschaft forderte die sofortige Freilassung der fünf weiter inhaftierten Journalisten und aller politischen Gefangenen.
Die venezolanische Regierung hatte nach der US-Militärintervention und der gewaltsamen Absetzung von Staatschef Nicolás Maduro angekündigt, eine "große Anzahl" politischer Gefangener freizulassen. Nach Kritik durch Menschenrechtsorganisationen und der UN-Untersuchungskommission für Venezuela erklärte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez, man habe bis dato 406 Personen freigelassen. Laut der Menschenrechtsorganisation Foro Penal wurden bis Mittwoch lediglich 72 politische Gefangene freigelassen, weitere 748 sitzen demnach weiter in Haft.
Seit 2013 hatte Maduro das Land zunehmend autoritär regiert und sich die Macht auch durch Wahlmanipulation gesichert. Das US-Militär hat Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores Anfang Januar gefangengenommen und in die USA gebracht, wo sie vor Gericht gestellt werden. Die Operation wird international als völkerrechtswidrig kritisiert. Die eingesetzte Präsidentin Rodríguez, die Maduros Vizepräsidentin war, hat den USA umfassende Öllieferungen zugesichert. Venezuela besitzt die weltweit größten Ölreserven.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
mbs
Zuerst veröffentlicht 15.01.2026 10:28
Schlagworte: Venezuela, Medien, Menschenrechte, Justiz
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