19.01.2026 15:35
Leipzig (epd). Nach zum Teil massiven Behinderungen von Medienvertretern durch Teilnehmer einer Demonstration am Samstag in Leipzig hat die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di das Verhalten der Polizei kritisiert. Diese müsse bei Angriffen auf Medienschaffende konsequenter eingreifen, erklärte der stellvertretende ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiter Lucas Munzke am Montag in Leipzig. Die Behinderung von Presseangehörigen bei Ausübung ihrer Arbeit sei laut sächsischem Versammlungsgesetz eine Ordnungswidrigkeit.
Am Samstag hatten in Leipzig-Connewitz sowohl israel- als auch palästina-solidarische linke Gruppierungen demonstriert. Die dju war mit Demonstrationsbeobachtern vor Ort.
Im Verlaufe des Tages sei es zu gravierenden Vorfällen gekommen, die die Berichterstattungsfreiheit erheblich einschränkten, hieß es. Demnach kam es bereits vor Beginn der propalästinensischen Versammlung zu einem Angriff auf ein Team des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Dabei soll ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bei einem Handgemenge einen Schlag mit dem Ellenbogen ins Gesicht bekommen haben.
Munzke bewertete das polizeiliche Vorgehen als widersprüchlich. Zwar sei die Polizei überwiegend kooperativ im Umgang mit der Presse gewesen. Kritisch sei das zu späte oder "nicht konsequent genügende Eingreifen" bei Behinderungen in der Berichterstattung gewesen. So sei es im Bereich der propalästinensischen Demonstration zu massiven Behinderungen gekommen. Zudem sei bei einer Identitätsfeststellung durch eine Berliner Polizeieinheit auch ein Journalist "zu Boden gegangen".
lob
Zuerst veröffentlicht 19.01.2026 16:35 Letzte Änderung: 20.01.2026 14:35
Schlagworte: Demonstrationen, Nahost, Medien, Polizei, NEU
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