21.01.2026 10:28
Frankfurt a.M. (epd). Immer mehr TV-Haushalte in Deutschland empfangen Fernsehen über das Internet. Im Vergleich zur Frühjahrserhebung 2025 sei ihr Anteil um 6,4 Prozentpunkte auf 17,7 Prozent gestiegen, teilte die AGF Videoforschung zur Vorstellung der Herbstwelle ihrer Plattformstudie mit. Klassische Empfangswege verlören gleichzeitig an Bedeutung. So sei der Kabelanteil auf 36,2 Prozent (minus 3,8 Prozentpunkte) und der terrestrische Empfang auf 2,8 Prozent (minus 0,7 Prozentpunkte) zurückgegangen. Der meistgenutzte Empfangsweg bleibe mit 43,4 Prozent die Satellitenverbreitung (minus 1,8 Prozentpunkte).
Inhalte würden insgesamt zunehmend über Kacheln, Empfehlungen oder App-Strukturen ausgewählt, erklärte die AGF Videoforschung. 30,3 Prozent der Befragten gaben demnach an, beim Einschalten des Fernsehgeräts zunächst eine Benutzeroberfläche statt eines laufenden Programms zu sehen. Innerhalb internetbasierter Empfangswege starte der Fernseher bei 68,8 Prozent der Haushalte direkt mit einer Benutzeroberfläche.
Mehr als ein Jahr nach der Abschaffung des Nebenkostenprivilegs im Sommer 2024 zeigten sich im Vergleich zur Frühjahrswelle 2025 nur noch moderate Veränderungen. 74,4 Prozent der betroffenen Haushalte hätten inzwischen einen neuen Kabelvertrag abgeschlossen (plus 2 Prozentpunkte), 15,9 Prozent hätten sich eine neue Empfangsart zugelegt (plus 3,3 Prozentpunkte).
Mit dem Nebenkostenprivileg konnten Mieter aufgrund von Pauschalverträgen der Wohnungsbaugesellschaften einen TV-Zugang zu vergünstigten Preisen nutzen. Die Kosten etwa für Kabelfernsehen wurden dabei über die Nebenkosten abgerechnet. Dies ist seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr erlaubt. Betroffene Mieter müssen für das Kabelfernsehen deshalb selbst Verträge abschließen.
Für die Plattformstudie befragt das Marktforschungsinstitut Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung seit 2011 zweimal im Jahr rund 2.500 Teilnehmer aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren in TV-Haushalten.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
nbl
Zuerst veröffentlicht 21.01.2026 11:28
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Internet, Studien
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