Slomka: Pressefreiheit ist in Gefahr - epd medien

23.01.2026 05:44

Mit dem Blick auf die USA fürchtet Marietta Slomka Schlimmes für den Journalismus auch in Deutschland. Die AfD habe das Ziel, sie arbeitslos zu machen, sagt die Moderatorin des "heute journals".

Marietta Slomka

München (epd). Marietta Slomka sorgt sich angesichts der Entwicklungen in den USA um die Pressefreiheit und die Zukunft des Journalismus auch in Deutschland. "Wir leben in einer Welt, in der die Nation, die sich bis dahin eigentlich als Anführerin der freien Welt definiert hat, heute diejenigen als 'Fake News' beschimpft, die Fakten liefern oder Dinge hinterfragen", sagte die Moderatorin des ZDF-"heute journals" der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Das sei "schwer zu verdauen".

Sie habe Angst, dass diese Entwicklung nach Deutschland rüberschwappt beziehungsweise bereits vorhandene Entwicklungen verstärkt. "Und es bestürzt mich, wenn ich sehe, wie schnell Pressefreiheit dann doch zu beschneiden ist", sagte Slomka, die seit 25 Jahren das "heute journal" moderiert. Als Beispiel nannte sie Jeff Bezos, den Eigentümer der "Washington Post". Dieser sei schon vor der Präsidentschaftswahl einer Konfrontation mit dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump aus dem Weg gegangen, indem er entschieden habe, dass die Zeitung auf ihre traditionelle Wahlempfehlung verzichtet.

Journalimus gegen Blasen

"Offenkundig kommen Medien schnell unter Druck, wenn sie nur das Hobbybeiboot eines Milliardärs sind, dessen Hauptgeschäftsinteressen andere sind als Pressefreiheit und die Unabhängigkeit seiner Redakteure", schlussfolgerte Slomka. Ihr habe das einmal mehr vor Augen geführt, "dass es vielleicht nicht ganz verkehrt ist, einen unabhängig finanzierten, öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu haben".

Die 56-Jährige konstatierte, dass angesichts der Internet-Plattformen die Qualitätsmedien ihre Gatekeeper-Rolle verloren hätten: "Das müssen wir wohl hinnehmen." Die Reichweite klassischer Medien sei dennoch immer noch sehr hoch, "die müssen Sie erst mal auf X oder sonst wo gleichermaßen erzielen". "Aber wenn es darum geht, Bubbles glücklich zu machen - da gibt es natürlich alle möglichen Plattformen", sagte Slomka. Zu ihr habe die AfD schon vor zehn Jahren gesagt: "Dich machen wir arbeitslos, Mäuschen!"

Meldung aus dem epd-Basisdienst

kfr



Zuerst veröffentlicht 23.01.2026 06:44 Letzte Änderung: 23.01.2026 08:47

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Journalismus, Leute, NEU

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