24.01.2026 12:45
Bonn (epd). Die Deutsche Welle (DW) beklagt die Festnahme eines Korrespondenten im Sahel-Staat Niger. Der Mitarbeiter sei am 23. Januar in der Hauptstadt Niamey inhaftiert worden, teilte der Auslandssender am Samstag in Bonn mit. Es handele sich um einen lokalen Journalisten, der nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Die Inhaftierung folge auf einen Bericht, der Mitte Januar veröffentlicht worden sei, hieß es. Die Deutsche Welle stehe in engem Kontakt mit den Angehörigen, einem lokalen Anwalt "sowie weiteren relevanten Stellen vor Ort".
"Wir sind sehr besorgt über die Festnahme unseres langjährigen Kollegen und verlangen seine sofortige Freilassung", sagte DW-Programmdirektorin Nadja Scholz. Es müsse gewährleistet sein, "dass unsere Mitarbeitenden ihre journalistische Arbeit frei und ohne Einschüchterung ausüben können".
Das westafrikanische Land wird seit einem Putsch im Juli 2023 von Militärs regiert. Seither hat sich die Menschenrechtslage laut Amnesty International verschlechtert.
Auf der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" steht Niger auf Platz 83 von 180. Die Journalistenorganisation kritisiert seit dem Putsch "schwerwiegende Verstöße gegen die Pressefreiheit". Nach der Machtübernahme des Militärs habe die Einmischung der Regierung in redaktionelle Entscheidungen zugenommen. Mindestens zwei Medienschaffende seien aufgrund von Berichten über das Militär strafrechtlich verfolgt worden.
Die Deutsche Welle berichtet nach eigenen Angaben weltweit in 32 Sprachen. Die TV-, Online- und Radioangebote erreichen demnach jede Woche 337 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
moe
Zuerst veröffentlicht 24.01.2026 13:45
Schlagworte: Niger, Medien
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