30.01.2026 16:32
Washington (epd). In den USA ist der Journalist Don Lemon wegen seiner Berichterstattung über eine Protestaktion gegen die Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche festgenommen worden. Neben dem ehemaligen CNN-Journalisten seien drei weitere Personen "im Zusammenhang mit einer koordinierten Attacke auf die Cities Church in St. Paul" inhaftiert worden, erklärte Justizministerin Pam Bondi am Freitag auf der Plattform X.
Lemon wird laut "New York Times" eine Verletzung von Bundesgesetzen vorgeworfen. Der freiberufliche Reporter selbst erklärte demnach, er sei nur in der Kirche gewesen, um über die Proteste zu berichten.
Bei der offenbar von Lemon gefilmten Kundgebung am 18. Januar hatten mehrere Personen in der Kirche in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota gegen die ICE-Aktionen protestiert. Der Zorn der Protestierenden richtete sich vornehmlich gegen einen Pastor der Kirche, der zugleich in einer örtlichen Führungsposition für ICE tätig sein soll. Die Kirche gehört zum Südlichen Baptistenverband, einer konservativen evangelikalen Kirche.
Ein Video von dem Protest zeigt Demonstrierende, die während eines Gottesdienstes in der Kirche "ICE raus" rufen. Nach einiger Zeit verlassen die Demonstrierenden den Gottesdienst. Im Großraum Minneapolis, zu dem St. Paul gehört, sind gegenwärtig rund 3.000 Agenten von ICE und US-Grenzschutz im Einsatz. Bei Aktionen der Einsatzkräfte wurden in den vergangenen Wochen zwei Menschen in Minneapolis erschossen.
Nach der Protestaktion in der Kirche hatte der zuständige Richter zu Bondis Ärger keine Anklage gegen Lemon erhoben, wie der Fernsehsender CBS damals berichtete. Es ist nicht bekannt, warum nun ein Haftbefehl ausgestellt wurde. Lemons Anwalt Abbe Lowell erklärte, die Festnahme sei ein "unerhörter Angriff auf die Pressefreiheit".
ege
Zuerst veröffentlicht 30.01.2026 17:32
Schlagworte: USA, Migration, Medien
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