05.02.2026 09:54
Bonn (epd). Die Mehrheit der Jugendlichen spricht sich gegen ein Handyverbot an Schulen aus. Hauptargumente sind die Bedeutung der schnellen Kommunikation (60 Prozent) und die Nützlichkeit von Smartphones für Lernzwecke und Recherchen (55 Prozent), wie die Jugend-Digitalstudie der Postbank zeigt, die am Donnerstag in Bonn veröffentlicht wurde.
Für die repräsentative Studie wurden den Angaben nach im September 2025 1.000 Jugendliche in Deutschland zwischen 16 und 18 Jahren befragt. Demnach sind 54 Prozent der Befragten überzeugt, dass sie eigenverantwortlich mit dem Smartphone umgehen können.
Besonders junge Frauen betonten die Bedeutung von Selbstbestimmtheit und die Vorteile der mobilen Kommunikation. Zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen sähen darin das wichtigste Argument gegen ein Verbot, im Gegensatz zu 41 Prozent der jungen Männer. Auch die schnelle Kommunikation sei jungen Frauen wichtiger als den männlichen Mitschülern (63 zu 56 Prozent).
Zugleich erkennen viele Jugendliche, insbesondere Mädchen, die Risiken der Smartphone-Nutzung im Schulalltag. 71 Prozent sehen ein Handyverbot als Möglichkeit, Ablenkungen im Unterricht zu vermeiden. 67 Prozent erwarten eine bessere Konzentration und 53 Prozent weniger Stress durch ständige Erreichbarkeit. 45 Prozent der Schülerinnen, aber nur 19 Prozent der Schüler, sehen einen Vorteil des Handyverbots in einer besseren Kommunikation in den Pausen.
Insgesamt sind Jugendliche der Studie zufolge etwa 65,5 Stunden pro Woche mit digitalen Endgeräten im Internet aktiv. Das sind mehr als neun Stunden täglich, aber sechs Stunden pro Woche weniger als im Vorjahr. Trotz eines Rückgangs der Nutzungsdauer seit dem Corona-Peak bleibt das Niveau hoch, insbesondere bei mobilen Geräten.
Die "Jugend-Digitalstudie" der Postbank untersucht eigenen Angaben nach seit 2019, wie sich das Leben Jugendlicher in Deutschland mit der Digitalisierung verändert.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
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Zuerst veröffentlicht 05.02.2026 10:54 Letzte Änderung: 05.02.2026 11:35
Schlagworte: Medien, Internet, Kinder, Jugendliche, NEU
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