NRW baut nationale Führung bei Film- und Fernsehproduktionen aus - epd medien

06.02.2026 12:45

Nordrhein-Westfalen behauptet sich als Film- und Fernsehstandort. 44 Prozent aller deutschen Shows, Serien und Filme werden laut einer aktuellen Studie in dem Bundesland produziert.

Düsseldorf (epd). Nordrhein-Westfalen bleibt führender Standort für Film- und Fernsehproduktionen in Deutschland. Laut der Studie "Film- und Fernsehproduktion in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu anderen Bundesländern 2023 und 2024" entstanden im Jahr 2024 rund 44 Prozent aller Shows, Serien und Filme im bevölkerungsreichsten Bundesland, wie Medienminister Nathanael Liminski (CDU) am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Zwei Jahre zuvor hatte der Wert bei 42 Prozent gelegen.

"Nordrhein-Westfalen baut seine Spitzenposition als führender Produktionsstandort weiter aus. Insbesondere im Entertainmentbereich liegen wir im Ländervergleich weit vorne und auch im Zukunftsfeld der Streaming-Produktionen nehmen wir den Spitzenplatz ein", sagte der Minister. Es sei gelungen, das Angebot kontinuierlich an veränderte Nachfrage, neue Nutzungsgewohnheiten und den strukturellen Wandel der Film- und Fernsehbranche anzupassen.

Bundesweit fast drei Milliarden Euro Umsatz

Auf Basis der Durchschnittsminutenpreise aller audiovisuellen Produktionen in Deutschland schätzen die Autoren der Studie den gesamten Produktionsumsatz in Deutschland auf fast 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2024. 1,2 Milliarden Euro entfallen demnach auf NRW, dahinter liegen Bayern mit 550 Millionen Euro und Berlin mit 503 Millionen Euro.

Für die Goldmedia-Studie im Auftrag der NRW-Staatskanzlei wurde das Volumen deutscher Produktionsunternehmen in Minuten erfasst. Demnach ging das Produktionsvolumen für Fernsehen, Video-on-Demand und Kino in Deutschland zurück. Wurde 2022 mit 776.749 Programmminuten noch ein Rekordhoch erreicht, sank diese Zahl 2024 auf 751.432 Minuten im Jahr 2024. Das entspricht einem Minus von drei Prozent.

Produktion von Fernsehfiktion stark rückläufig

Rückläufig war laut Studie vor allem das Volumen der TV-Auftragsproduktionen: Es sank im Vergleich zu 2022 um fünf Prozent auf rund 689.000 Minuten im Jahr 2024. Hier wurde vor allem in der Informationf weniger produziert: Waren es 2022 noch 188.945 Minuten Fernsehinformation gewesen, sank die Minutenzahl 2024 um zwölf Prozent auf nur noch 165.914 Minuten. In der Fernsehfiktion ging die Minutenzahl nur wenig zurück, von 108.791 auf 108.279

Dafür nahm das Volumen der Video-On-Demand-Produktionen von rund 28.000 Minuten im Jahr 2022 auf rund 42.000 Minuten im Jahr 2024 zu. Das entspricht einer Steigerung um 50 Prozent. Hier hätten die Sender und Streaming-Portale in den Jahren 2023 und 2024 strategisch investiert, um Nutzer langfristig zu binden, heißt es in der Studie. 40 Prozent der Video-on-Demand-Produktionen seien in Nordrhein-Westfalen entstanden, 24 Prozent in Bayern.

2022 wurden 45 Prozent der Fernsehproduktionen von öffentlich-rechtlichen Sendern in Auftrag gegeben, 2024 waren es 43 Prozent. Der Anteil der Privatsender stieg entsprechend von 55 auf 57 Prozent.

Die Kinofilmproduktion steigerte sich leicht: 2024 wurden laut Studie 203 Kinofilme mit einem Volumen von 20.660 Minuten veröffentlicht, 2022 waren es 20.289 Minuten gewesen. Während die Minutenzahl der Dokumentarfilme von 6.993 auf 8.248 stieg, sank die der Spielfilme in diesem Zeitraum von 13.296 auf 12.421 Minuten.

Geschäftsmodelle unter Druck

Laut Studie ist die Zahl der Produktionsunternehmen in Deutschland von 774 im Jahr 2022 um sieben Prozent auf 721 im Jahr 2024 gesunken. 196 Unternehmen hatten ihren Sitz in Berlin, 158 befanden sich in NRW.

Der Geschäftsführer der Goldmedia GmbH, Klaus Goldhammer, sagte, die Studie zeige, "dass sich der deutsche Produktionsmarkt nach dem Hoch der Vorjahre in einer Phase der Neuordnung befindet". Streaming werde gegenüber dem linearen Fernsehen weiter an Bedeutung gewinnen. Auch der wachsende Einfluss der Künstlichen Intelligenz setze bestehende Geschäftsmodelle unter Druck.

lwd/dir



Zuerst veröffentlicht 06.02.2026 13:45 Letzte Änderung: 06.02.2026 16:18

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Film, Bundesländer, NEU

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