Olympia 2026: ARD verteidigt Livestream bei Sturz von Lindsey Vonn - epd medien

09.02.2026 13:10

Nach dem Sturz der Ski-Rennläuferin Lindsey Vonn bei den Olympischen Winterspielen am Sonntag waren im Livestream bei ARD und ZDF die Schreie der Sportlerin zu hören. Die ARD reagierte nun auf die Kritik an der Übertragung.

Lindsey Vonn wurde nach ihrem Sturz während mit einem Hubschrauber abtransportiert

München (epd). Die ARD hat ihren Livestream nach dem Sturz der US-amerikanischen Skirennläuferin Lindsey Vonn bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo am Sonntag verteidigt. Wie bei den TV-Übertragungen kämen auch bei den Livestreams sowohl Bildregie als auch Tonsignal vollständig von den Olympic Broadcasting Services (OBS) des Internationalen Olympischen Komitees, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Montag in München mit. Die einzelnen Sender hätten darauf keinerlei Einfluss. Die TV-Live-Übertragung lag am Sonntag beim ZDF.

Das Unternehmen OBS ist für die internationale Berichterstattung von den Olympischen Spielen zuständig. Der BR ist zusammen mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) federführend für das ARD-Olympiaprogramm.

"Angemessen eingeordnet"

Vom BR hieß es weiter: Der ehemalige deutsche Ski-Rennläufer und Ski-Experte Felix Neureuther sowie der ARD-Alpinsport-Kommentator Bernd Schmelzer hätten in ihrem Live-Kommentar ihr Unverständnis deutlich gemacht und das Vorgehen des Olympic Broadcasting Services fürs Publikum "kritisch und angemessen eingeordnet".

Bei der Abfahrt stürzte die 41-jährige Vonn so schwer, dass sie mit einem Hubschrauber geborgen werden musste. Die Sportlerin wurde inzwischen mehrmals operiert.

Während des Livestreams waren Vonns Schreie wegen großer Schmerzen deutlich zu hören. Neureuther sagte dazu: "Bitte den Ton weg." Schmelzer ergänzte: "Es ist unerträglich." Neureuther sagte daraufhin: "Tut doch den Ton weg. Ich nehme den Kopfhörer jetzt runter. Das ist unerträglich."

Gemeinsamer ARD/ZDF-Reporterpool

Der BR ergänzte: Während der gesamten Winterspiele böten ARD und ZDF gemeinsam circa 700 Stunden Livestream an - unabhängig davon, wer gerade im linearen TV Sendetag habe. Kommentiert würden die Livestreams aus einem gemeinsamen ARD/ZDF-Reporterpool: an ARD-TV-Sendetagen von ZDF-Kollegen, an ZDF-TV-Tagen von ARD-Reportern. "Gestern, am Tag der Fernseh-Übertragung im ZDF, oblag die Kommentierung der Livestreams entsprechend der ARD." Bei ihrer Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen setzen die Sender auch eine neue KI-Anwendung für Highlights und Zusammenfassungen ein, die OBS anbietet.

ema



Zuerst veröffentlicht 09.02.2026 14:10 Letzte Änderung: 09.02.2026 15:02

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Internet, Sport, NEU

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