24.02.2026 16:46
München (epd). ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten verteidigt die Abberufung der New-York-Studioleiterin Nicola Albrecht wegen der Verwendung von KI-Material in einem Beitrag für das "Heute Journal". "Die Entscheidung ist an der Sache orientiert. Es ist ein Verstoß gegen Regeln und das fordert auch eine Antwort", sagte Schausten der "Süddeutschen Zeitung" (Online/Dienstag).
Hinweise auf eine bewusste Täuschung gebe es nicht, erklärte die Chefredakteurin. "Nicola Albrecht ist eine erfahrene und angesehene Kollegin und ich unterstelle ihr in keiner Weise irgendeine Fälschungs- oder Manipulationsabsicht." Unter anderem hatte der frühere "Heute Journal"-Moderator Claus Kleber die Abberufung kritisiert.
Schausten räumte zugleich Mängel auf redaktioneller Seite ein, die dazu geführt hätten, dass der Beitrag so im "Heute Journal" gesendet wurde. "Die schauen wir uns im Moment sehr genau an. Das kann auch arbeitsrechtlich noch Konsequenzen haben", sagte Schausten. Bei der Abnahme des Beitrags in Mainz "hätte Alarm schrillen müssen, weil erkennbar Material aus dem Netz verwendet wurde".
In dem "Heute Journal"-Beitrag vom 15. Februar über Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE hatte Albrecht ein KI-generiertes Fake-Video von einer Festnahme verwendet. Außerdem wurde älteres Archivmaterial eingebaut, das in keinem Zusammenhang mit den ICE-Einsätzen stand. Nach tagelanger Kritik an dem Beitrag kündigte das ZDF am vergangenen Freitag an, dass Albrecht nicht mehr als Korrespondentin in New York arbeiten werde.
Warum eine Kennzeichnung des KI-Materials für den Zuschauer fehlte, prüfe das ZDF noch, gerettet hätte eine solche Kennzeichnung den Beitrag aber nicht, betonte Schausten. Von KI erzeugtes Material dürfe in Nachrichten grundsätzlich nicht verwendet werden, sofern KI nicht selber Thema des Beitrags sei.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
fu
Zuerst veröffentlicht 24.02.2026 17:46
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Internet
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