ARD-Vorsitzender Hager: "Fehler sind keine Manipulation" - epd medien

26.02.2026 09:41

Nach Kritik an fehlerhaft zusammengeschnittenen TV-Bildern weist ARD-Chef Florian Hager Manipulationsvorwürfe zurück. Fehler seien kein bewusster Täuschungsversuch, betonte er und mahnte zugleich mehr Sorgfalt an.

Florian Hager, ARD-Vorsitzender und HR-Intendant

Frankfurt a.M. (epd). In der Diskussion über gefälschte TV-Bilder hat der ARD-Vorsitzende Florian Hager den Senderverbund gegen Vorwürfe der Manipulation verteidigt. "Wir machen auch in der ARD Fehler", schrieb der Intendant des Hessischen Rundfunks (HR) am Donnerstag auf LinkedIn. Schwierig werde es, "wenn solche Fehler bewusst missgedeutet werden, als Manipulation" und jeder Anlass dazu diene, Erregungsspiralen zu bedienen und Misstrauen zu schüren. "Nein, Fehler sind keine Manipulation!", betonte Hager.

Die ARD hatte in der Sendung "Bericht aus Berlin" vom 20. Februar eine Videosequenz mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) derart in einen Beitrag vom Bundesparteitag in Stuttgart über die Wiederwahl von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Parteivorsitzenden geschnitten, dass es so aussah, als applaudiere Merkel ihm zum Wahlsieg. Später räumte die Redaktion ein, dass das Bild zu einem früheren Zeitpunkt auf dem Parteitag entstanden sei, entfernte es aus dem Beitrag und stellte eine neue Fassung online. Zudem bat die Redaktion um Entschuldigung.

"Müssen noch sorgfältiger sein"

"Wir wollen das nicht wegwischen oder kleinreden und müssen uns auch an diesem Anspruch messen lassen. Und leider sind wir auch beim Umgang mit Fehlern nicht immer gut", mahnte Hager auf LinkedIn, ohne direkt auf den Fehler im "Bericht aus Berlin" Bezug zu nehmen. "Gerade in Zeiten, in denen wir alle immer mehr und immer stärker mit Inhalten geradezu überschwemmt werden, von denen wir nicht immer wissen, wo sie herkommen, müssen wir noch sorgfältiger sein."

Auch das ZDF war zuletzt in die Kritik geraten. Dabei ging es um die Verwendung eines nicht gekennzeichneten, KI-generierten Fake-Videos in einem "Heute Journal"-Beitrag vom 15. Februar über Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. New-York-Studioleiterin Nicola Albrecht hatte außerdem älteres Archivmaterial eingebaut, das in keinem Zusammenhang mit den ICE-Einsätzen stand. Das ZDF berief Albrecht inzwischen als Korrespondentin in New York ab und kündigte eine Prüfung an.

nbl



Zuerst veröffentlicht 26.02.2026 10:41 Letzte Änderung: 26.02.2026 11:03

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Fernsehen, NEU

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