DuMont übernimmt "Kölnische Rundschau" - epd medien

26.02.2026 17:22

Die "Kölnische Rundschau" wird ab April von der DuMont-Tochter Kölner Stadt-Anzeiger Medien herausgegeben. Von der Gewerkschaft dju und dem Kölner OB Burmester kommt Kritik.

Köln (epd). Die DuMont-Mediengruppe wird Herausgeberin der "Kölnischen Rundschau". Der Heinen-Verlag werde zum 31. März die Herausgeberschaft und seine redaktionelle Tätigkeit für die Tageszeitung einstellen, teilte die DuMont-Tochter Kölner Stadt-Anzeiger Medien am Donnerstag mit. Die Marke "Kölnische Rundschau" bleibe bestehen, es werde weiterhin die Zeitung und das digitale Angebot geben. Das Unternehmen dementierte Informationen der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), wonach 50 Medienschaffenden gekündigt werde.

"Es werden keine Kündigungen seitens DuMont in diesem Zusammenhang ausgesprochen", erklärte eine Sprecherin der Kölner Stadt-Anzeiger Medien auf epd-Anfrage. Geplant sei vielmehr eine "digitale Wachstumsinitiative". Es sollten neue regionale Angebote wie Webportale und Apps entstehen, die lokale Themen multimedial publizieren. Dafür würden rund 30 neue Jobs in interdisziplinären Teams geschaffen. Selbstverständlich könnten sich heutige Redakteurinnen und Redakteure der "Kölnischen Rundschau" auf aktuell oder künftig ausgeschriebene Stellen bei den KStA Medien bewerben, hieß es.

Journalistische Arbeit mit "eigenem Team"

Einige Lokalredaktionen des "Kölner Stadt-Anzeigers" und der "Kölnischen Rundschau" kooperieren bereits seit 2014 in der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft. 2020 hatten die beiden Zeitungstitel ihre Zusammenarbeit weiter verstärkt. Ab Anfang April übernehmen die Kölner Stadt-Anzeiger Medien den Angaben zufolge nun "die vollständige redaktionelle Verantwortung und führen die journalistische Arbeit mit ihrem eigenen Team durch".

Mit der Übernahme wolle DuMont "die traditionsreiche Tageszeitung langfristig als eigenständige publizistische Marke zukunftssicher" aufstellen, hieß es. Die DuMont-Tochter werde auch die Anteile des Heinen-Verlags an der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft übernehmen.

Kölner OB beunruhigt

Die Gewerkschaft dju kritisierte, mit dem nun angekündigten Schritt ende "der letzte Rest Eigenständigkeit der Zeitungsmarke 'Kölnische Rundschau'". Diese werde als "Hülle" künftig aus anderen Redaktionen des Kölner Stadt-Anzeigers und des DuMont-Konzerns redaktionell gefüllt. Mit den Beschäftigten werde nun beraten, inwieweit Betriebsrat und Ver.di gegen die Entscheidung vorgehen wollten.

Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) forderte "größtmögliche Transparenz über die weiteren Schritte". Die Entscheidung werfe berechtigte Fragen zur Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Sicherung journalistischer Vielfalt in der Stadt auf. Eine starke, unabhängige und vielfältige Presselandschaft sei unverzichtbar für Köln. "Jede strukturelle Schwächung lokaler journalistischer Angebote erfüllt mich daher mit großer Sorge", erklärte der Oberbürgermeister.

lwd



Zuerst veröffentlicht 26.02.2026 16:44 Letzte Änderung: 26.02.2026 18:22

Schlagworte: Medien, Unternehmen, NEU

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