27.02.2026 10:11
Frankfurt a.M. (epd). Der prominente ARD-Sportreporter Hajo Seppelt hat mit scharfen Worten auf seinen Ausschluss von einer Pressekonferenz der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) reagiert. "Es ist für mich ein wohl beispielloser Vorgang in der Geschichte deutscher Sportfachverbände", sagte Seppelt dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. Berichterstatter würden nicht geduldet, weil sie Journalismus betrieben, den Verbandspräsident Matthias Große "ablehnt oder nicht für richtig hält".
Für die ARD-Sportschau hatten Seppelt und sein ARD-Kollege Jörg Mebus während der Olympischen Winterspiele am 9. Februar berichtet, dass Athleten beim DESG mitunter jahrelang auf Prämien warteten, ihr Team-Outfit mitbezahlen müssten und für Wettkampf-Reisen zur Kasse gebeten würden. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erklärte: "Die Nicht-Zulassung ausgewählter Berichterstatter zu einer offiziellen Pressekonferenz verstößt eklatant gegen Grundsätze einer freien und unabhängigen Berichterstattung und ist aus unserer Sicht grundsätzlich nicht akzeptabel". Die DESG-Pressekonferenz fand am Donnerstag statt.
"Das sind schwerwiegende Vorwürfe, über die Transparenz hergestellt werden muss", sagte Mika Beuster, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV). Er erinnerte daran, dass die Förderung der DESG mit öffentlichen Geldern einen besonderen Informationsanspruch der Öffentlichkeit begründe. Auch der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) protestierte gegen die Nicht-Zulassung der Sportjournalisten und sprach von einem "klaren Eingriff in die Pressefreiheit".
koe
Zuerst veröffentlicht 27.02.2026 11:11 Letzte Änderung: 27.02.2026 12:10
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Sport, Verbände, NEU
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