04.03.2026 09:57
Berlin (epd). Ein Social-Media-Verbot wird einer Umfrage zufolge in der Bevölkerung vor allem für Jüngere befürwortet. Fast drei Viertel (71 Prozent) sind für ein Verbot bis zum Alter von 12 Jahren, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung und der Universität Münster hervorgeht. Nur ein Drittel (33 Prozent) der Befragten befürwortet dagegen ein Verbot bis zum Alter von 16 Jahren.
Nach einem Verbot für bis zu 14-Jährige wurde nicht gefragt. SPD und CDU hatten sich kürzlich in der Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot für diese Altersgrenze ausgesprochen.
Befragt wurden nach Angaben des DIW rund 2.700 Personen im September vergangenen Jahres, also noch bevor die Debatte um ein Verbot stärker wurde. Den Ergebnissen zufolge sehen 90 Prozent der Bevölkerung eher Risiken bei der Nutzung sozialer Netzwerke, 63 Prozent eher Chancen. 57 Prozent sehen beides.
Die Befragten stimmen vor allem anderen Schutzmaßnahmen überwiegend zu. Mehr als 90 Prozent befürworten demnach eine stärkere Förderung von Medienkompetenz, mehr Kontrolle durch die Eltern und verpflichtende regulatorische Vorgaben für Plattformbetreiber. Für ein generelles Nutzungsverbot in Schulen plädieren 59 Prozent.
Für die Regulierung von Plattformen ist in Europa in erster Linie die Europäische Union (EU) zuständig. Im 2022 in Kraft getretenen Digital Services Act (DSA) der EU, der hierzu zahlreiche Bestimmungen enthält, findet sich keine pauschale Altersgrenze. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob sie eine solche Regelung auf den Weg bringen soll. Diese würde dann für alle EU-Staaten gelten. Eine Entscheidung soll bis zum Sommer fallen.
co
Zuerst veröffentlicht 04.03.2026 10:57 Letzte Änderung: 04.03.2026 11:46
Schlagworte: Medien, Internet, Jugendliche, Umfragen, NEU
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