04.03.2026 12:21
Frankfurt a.M. (epd). Die ARD und das ZDF bündeln ihre Angebote und stellen drei Sender ein. Der Reformstaatsvertrag schreibe ARD und ZDF vor, die Zahl der linearen Kanäle zu reduzieren, teilten die beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten am Mittwoch mit. Der Vorgabe folgend werden ARD alpha, Tagesschau24 und One am 31. Dezember abgeschaltet.
Fortgeführt werden ab dem 1. Januar 2027 laut ARD und ZDF die Kanäle Phoenix als gemeinsames Informationsangebot von ARD und ZDF in Zusammenarbeit mit ARD Aktuell und der "heute"-Redaktion des ZDF, Neo als gemeinsames Angebot für junge Erwachsene sowie Info als gemeinsamer linearer Dokumentationskanal von ARD und ZDF. Damit blieben die drei nutzungsstärksten Angebote in den Bereichen Information, Bildung, Dokumentation und junge Erwachsene erhalten und bildeten die Basis für die Zusammenarbeit der beiden Sender.
ZDF-Intendant Norbert Himmler sagte, die Zusammenlegung der Kanäle sei "für ARD und ZDF keine leichte Arbeit" gewesen. Die Sender hätten sich "an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen wir als starke Partner das bestmögliche Programm zusammenstellen können".
Der ARD-Vorsitzende Florian Hager verweis auf digitale Angebote wie Funk und Kika, die ARD und ZDF bereits gemeinsam betrieben. Mit der Zusammenarbeit werde "das öffentlich-rechtliche Angebot" nachhaltig gestärkt. Es hat laut ARD und ZDF eine "klare Ausrichtung an den jüngeren Zielgruppen".
In den kommenden Monaten sollen Arbeitsgruppen von ARD und ZDF die weitere Ausgestaltung der Rahmenbedingungen entwickeln. Das Vorhaben stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien der ARD.
Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer (SPD), der der Rundfunkkommission der Länder vorsitzt, begrüßte die Entscheidung von ARD und ZDF: "Weg von Spartenangeboten hin zu starken publizistischen Leuchttürmen, das ist das Ziel des Reformstaatsvertrags", sagte er. In der Entscheidung stecke eine "echte Konsolidierung". Dies werde die öffentlich-rechtlichen Angebote und ihre Akzeptanz stärken.
Das Gesamtportfolio der gemeinsam veranstalteten Angebote ab Januar 2027 besteht demnach neben dem deutsch-französischen Kulturkanal Arte aus 3sat (Federführung ZDF), Kika (Federführung ARD/MDR), Funk (Federführung ARD/SWR), Info (Federführung ZDF), Neo (Federführung ZDF) und Phoenix (Federführung ARD/WDR).
Mit der Entscheidung, die drei Kanäle zu schließen, entsprechen ARD und ZDF den Vorgaben des Reformstaatsvertrags für ARD, ZDF und Deutschlandradio, der im Dezember 2025 in Kraft getreten ist. Dieser gibt vor, dass ARD und ZDF gemeinsam nur noch zwei Angebote mit den Schwerpunkten Information, Bildung und Dokumentation veranstalten dürfen. Zuvor waren es vier.
Auch die Zahl der Angebote für jüngere Erwachsene sollte von zwei auf eins reduziert werden. Die gemeinsamen Kanäle müssen spätestens bis zum 1. Januar 2033 in Angebote im Internet überführt werden.
Die Medienstaatssekretärin von Rheinland-Pfalz, Heike Raab (SPD) sagte, den Ländern sei bewusst, dass sie "den Anstalten mit dem Reformstaatsvertrag keine leichte Aufgabe gestellt haben". Der Reformstaatsvertrag eröffne dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine echte Chance.
ema
Zuerst veröffentlicht 04.03.2026 13:21 Letzte Änderung: 04.03.2026 15:11
Schlagworte: Medien, Fernsehen, ARD, NEU
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