06.03.2026 04:44
Berlin (epd). Vor dem Hintergrund des Iran-Konfliktes hat die Journalisten-Organisation "Reporter ohne Grenzen" offene Einschüchterungsversuche des Regimes gegenüber Journalistinnen und Journalisten beklagt. Das Regime drohe Medienschaffenden direkt per SMS oder in Anrufen mit Festnahmen, sagte Alena Struzh, Presse-Referentin der Organisation, dem epd in Berlin. Mehrfach sei im iranischen Staatsfernsehen angekündigt worden, jede Tätigkeit, die als "vorteilhaft für den Feind" eingestuft werde, streng zu bestrafen.
Struzh sagte, dass eine in Teheran ansässige Journalistin der Organisation geschildert habe, dass kein unabhängiger Journalist derzeit arbeiten dürfe. Belastbare Informationen seien deshalb rar, Berichte seien "vage und ungenau", zitierte Struzh die Journalistin, die unter Bombenangriffen weiter arbeite. Auf der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" steht der Iran auf Platz 176 von 180.
Struzh sagte, dass nach Jahren der brutalen Unterdrückung viele iranische Journalisten und Journalistinnen mit den aktuellen Entwicklungen die Hoffnung auf politische Veränderungen verbänden. "Gleichzeitig berichten sie unter Kriegsbedingungen und das Internet bleibt weiter großflächig zensiert."
Die USA und Israel hatten am Wochenende eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das Mullah-Regime in Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region und Attacken auf Israel.
Struzh sagte, das iranische Regime gehöre zu den repressivsten Systemen für Journalistinnen und Journalisten weltweit. Dabei seien gerade Frauen im Journalismus dem Regime ein Dorn im Auge. "Im Iran sehen wir sehr viele, sehr gut ausgebildete Journalistinnen." Deswegen beobachte die Führung diese sehr genau.
Zum Alltag gehörten Schikanen von Behörden und geschlechtsspezifische Gewalt. Frauen in den Medien drohten zudem willkürlich lange Haftstrafen und sogar die Todesstrafe. Zum Internationalen Frauentag am 8. März gehen weltweit Frauen für ihre Rechte auf die Straße.
ema
Zuerst veröffentlicht 06.03.2026 05:44
Schlagworte: Medien, Nahost, Iran, Konflikte, Pressefreiheit, INT
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