08.03.2026 23:02
Düsseldorf (epd). Die von US-Sanktionen betroffene Co-Geschäftsführerin der Organisation HateAid, Anna-Lena von Hodenberg, fordert von den Europäern Standhaftigkeit beim Durchsetzen von Social-Media-Regeln gegenüber den Vereinigten Staaten. "Wir sind nur ein Spielball", sagte sie der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Montag) mit Blick auf die Einreiseverbote gegen sie und ihre Geschäftsführungskollegin Josephine Ballon. Den USA gehe es um eine Drohgebärde, damit Tech-Milliardäre wie Elon Musk keine Bußgelder zahlen müssten.
"Ich reise lieber nie wieder in die USA, als dass ich mit ansehen muss, wie wir Europäer uns von den Amerikanern erpressen lassen", sagte Hodenberg und verlangte: "Die Bundesregierung und die EU müssen den USA klarmachen: Wenn eure Unternehmen bei uns Milliarden-Gewinne machen wollen, dann müssen sie das nach unseren Regeln tun." Sie warnte davor, dass der europäische Digital Services Act ausgesetzt wird, "weil man die Amerikaner so sehr fürchtet".
Das US-Außenministerium hatte Ende vergangenen Jahres Einreisesperren gegen Hodenberg und Ballon verkündet und das mit angeblicher Zensur begründet. HateAid hatte Anfang Dezember in einer Petition gemeinsam mit weiteren Organisationen die Bundesregierung aufgefordert, die von Elon Musk geführte Plattform X zu verlassen.
HateAid ist eine 2018 gegründete Organisation, die Betroffenen hilft, sich gegen digitale Gewalt zur Wehr zu setzen. Sie wurde von der Bundesnetzagentur als sogenannter Trusted Flagger benannt. Nach dem Digital Services Act der EU müssen Online-Plattformen Hinweise auf mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, die von solchen vertrauenswürdigen Organisationen gegeben wurden, vorrangig und unverzüglich behandeln.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
kfr
Zuerst veröffentlicht 09.03.2026 00:02
Schlagworte: USA, Medien, Internet
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