EU-Parlament: Urheberrecht muss auch für KI gelten - epd medien

10.03.2026 14:54

Das EU-Parlament will den Kreativsektor besser vor der Nutzung durch Künstliche Intelligenz (KI) schützen. Anbieter sollen offenlegen, welche urheberrechtlich geschützten Inhalte für das Training von KI-Systemen genutzt werden.

Das Gebäude des Europaparlaments in Straßburg

Brüssel/Straßburg (epd). Mehr Transparenz, faire Vergütung und stärkere Rechte für Urheber: Das Europäische Parlament fordert mehr Schutz für urheberrechtlich geschützte Werke beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Europaabgeordneten nahmen am Dienstag in Straßburg mit 460 Stimmen bei 71 Gegenstimmen und 88 Enthaltungen eine entsprechende Resolution an. "Wenn wir KI in Europa fördern und weiterentwickeln wollen und gleichzeitig unsere Kreativen schützen möchten, sind diese Bestimmungen absolut unverzichtbar", erklärte der Europaabgeordnete Axel Voss (CDU).

Demnach soll das EU-Urheberrecht für alle Systeme generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) gelten, die auf dem europäischen Markt angeboten werden - unabhängig davon, wo sie trainiert wurden. Anbieter sollen offenlegen, welche urheberrechtlich geschützten Inhalte für das Training ihrer Systeme genutzt wurden. Rechteinhaber sollen zudem die Möglichkeit erhalten, ihre Werke vom KI-Training auszuschließen. Voss sprach von einer Art "Stoppschild" auf solchen Internetseiten.

Unterstützung aus der Branche

Außerdem fordert das Parlament einen besseren Schutz für Medienhäuser, deren Inhalte häufig von KI-Systemen genutzt werden. Wenn dadurch Reichweite und Einnahmen verloren gehen, sollen die Verlage nach dem Willen der Abgeordneten entschädigt werden.

Der Medienverband der freien Presse (MVFP) und der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) begrüßten den Vorstoß. Der geltende Rechtsrahmen zum Schutz menschlicher Kreativität gegenüber KI sei unzureichend. MVFP und BDZV fordern die EU-Kommission auf, Gesetzesvorschläge zum Schutz der Presse und der Kreativbranche vorzulegen.

Eine Resolution des Europäischen Parlaments ist rechtlich nicht bindend. Sie zeigt die Haltung der Abgeordneten und soll politischen Druck auf Kommission, Regierungen und andere Akteure ausüben.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

mab



Zuerst veröffentlicht 10.03.2026 15:54 Letzte Änderung: 10.03.2026 16:29

Schlagworte: Medien, EU, Urheberrecht, NEU

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