"Spiegel"-Chef: Trend zur Nachrichtenvermeidung läuft gegen uns - epd medien

11.03.2026 13:35

Der Trend, Nachrichten zu meiden, macht auch dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zu schaffen. Dennoch wolle das Magazin "nicht wollig" werden, sagt Chefredakteur Dirk Kurbjuweit.

Das Gebäude des "Spiegel" in der Hamburger Hafencity

Berlin, Hamburg (epd). "Spiegel"-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit räumt ein, dass der Trend, Nachrichten zu vermeiden, seinem Magazin zu schaffen macht. "Manche gesellschaftlichen Entwicklungen laufen eher gegen uns, zum Beispiel das Phänomen der News Avoidance oder der Trend zur einfühlenden Achtsamkeit in bestimmten Gruppen", sagte er dem Branchendienst "Medieninsder". "Der 'Spiegel' kommt historisch aus den 'Hard News' und ist traditionell ein konfrontatives Medium."

Das Nachrichtenmagazin werde aber deswegen "nicht wollig werden, sondern hart in der Sache bleiben", sagte Kurbjuweit: "Gleichzeitig erweitern wir unser Themenspektrum und stellen uns die Frage, wie wir nahbarer werden."

"Gesichter des 'Spiegel'"

Der Chefredakteur kündigte an, dass er die Köpfe der Redaktion sichtbarer machen wolle: "Es sind Menschen, denen man Vertrauen schenkt." Der "Spiegel" arbeite an einem Projekt "Gesichter des 'Spiegel'", mit dem die Journalistinnen und Journalisten des Nachrichtenmagazins präsenter gemacht werden sollen - "in sozialen Medien, in Talkshows, aber auch auf unseren eigenen Kanälen". Als Beispiel nannte er das Verifikationsformat "Checkst du, Spiegel?" auf Tiktok, in dem Nachrichten überprüft werden.

"Wir werden mehr mit Live-Events arbeiten", kündigte Kurbjuweit an. Er denke an ein "'Spiegel'-Fest der liberalen Demokratie". Der Verlag arbeite an einer neuen Veranstaltungsstrategie. Auch ein neuer Politik-Podcast sei in Planung.

dir



Zuerst veröffentlicht 11.03.2026 14:35 Letzte Änderung: 11.03.2026 14:40

Schlagworte: Medien, Journalismus, Nachrichten, NEU

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