12.03.2026 11:44
Berlin (epd). Die RBB Media will ihr Grundstück am Berliner Kaiserdamm mit Hotel, Büro- und Lagerflächen sowie einer Bowlingbahn verkaufen. Damit beende das Unternehmen vollständig sein Immobilienmanagement, wie die Tochtergesellschaft des Rundfunk Berlin-Brandenburgs (RBB) am 9. März mitteilte. Das Bieterverfahren für das Gebäude aus den 1960er Jahren soll zunächst bis zum 7. April laufen. Zur Höhe des angestrebten Erlöses machte die RBB Media keine Angaben.
Der Verkaufsprozess sei bereits im Sommer 2025 im Auftrag des Gesellschafters RBB eingeleitet worden, hieß es. Hintergrund sei "ein erheblicher Investitionsbedarf für Sanierung oder Weiterentwicklung der Immobilie". Die RBB Media ist vor allem für Werbung, Sponsoring, Programmverwertung und Lizenzen zuständig. Die Geschäftsführerin der RBB Media, Anja Mellage, erklärte, der Betrieb eines Hotels gehöre nicht zu den Kernaufgaben des heutigen Unternehmens. Der Verkauf entspreche sowohl den wirtschaftlichen Anforderungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) als auch den Interessen des Gesellschafters.
Wie der RBB dem epd auf Anfrage am 10. März mitteilte, prüft die Rundfunkanstalt zur Konsolidierung ihrer Finanzen weiterhin einen möglichen Verkauf seines Fernsehzentrums und Parkhauses in Berlin. Die für eine abschließende Entscheidung notwendigen Prüfungen dauerten noch an, sagte ein RBB-Sprecher. Der Sender hatte 2024 eine sogenannte Richtungsentscheidung zum Verkauf des 14-stöckigen Hochhauses neben dem traditionsreichen Haus des Rundfunks in der Masurenallee getroffen.
Das Fernsehzentrum am Funkturm wurde von 1965 bis 1970 für den damaligen Sender Freies Berlin (SFB) in West-Berlin gebaut und steht unter Denkmalschutz. Begründet wurden die Verkaufspläne unter anderem mit hohen Kosten für den Unterhalt der RBB-Gebäude.
Wie ein RBB-Sprecher dem epd auf Anfrage mitteilte, habe der Sender 2024/2025 die grundsätzlich geplanten Sanierungskosten für das Fernsehzentrum und das Parkhaus wegen der Veräußerungspläne auf Eis gelegt beziehungsweise reduziert, weil sie nur noch befristet genutzt würden. Die Unterhaltskosten für den RBB würden daher im Jahr 2025 "absehbar niedriger" ausfallen als ursprünglich geplant. "Mögliche Einsparungen gegenüber dem Plan im Gebäudebereich überführen wir in eine Gebäuderücklage, die wir zur Finanzierung der Ertüchtigung des übrigen Gebäudebestands einsetzen wollen", sagte der RBB-Sprecher. Wie hoch diese sein wird, sei erst nach dem Jahresabschluss und der Befassung damit in den Gremien zu beziffern.
nbl/lob
Zuerst veröffentlicht 12.03.2026 12:44
Schlagworte: Medien, Rundfunk, RBB, RBB Media, Finanzen
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