Prien will abgestufte Social-Media-Regeln - epd medien

15.03.2026 06:09

Angesichts der Gefahren von Social-Media-Netzwerken für Kinder und Jugendliche will Familienministerin Prien, dass Altersgrenzen, Medienkompetenz sowie der Zugang zu altersgerechten Inhalten abgestimmt ineinandergreifen.

Düsseldorf (epd). Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) begrüßt die intensive Debatte über Altersgrenzen für Social-Media-Netzwerke. Der "Rheinischen Post" (Sonntag, online) sagte Prien, Altersgrenzen, Medienkompetenz sowie die Teilhabe und der Zugang zu altersgerechten Inhalten müssen klug ineinandergreifen. Zurückhaltend zu einem Social-Media-Verbot bis zu einem gewissen Alter nach dem Vorbild Australiens äußerte sich hingegen CSU-Generalsekretär Martin Huber.

Prien sagte der in Düsseldorf erscheinenden Zeitung: "Ich begrüße sehr, dass die Debatte inzwischen auch in Deutschland breit geführt wird. Die Erfahrungen in Australien beobachten wir genau." Sie warte auf die Empfehlungen der von ihr eingesetzten Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Deren Expertise sei grundlegend für das weitere Vorgehen. Australien hatte im vergangenen Dezember als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt.

Skepsis in der CSU

CSU-Generalsekretär Huber sagte der "Rheinischen Post", seine Partei sei skeptisch gegenüber einem unpraktikablen Social-Media-Verbot. Zwar sei man "offen für sinnvolle und praktisch umsetzbare Vorschläge", sagte Huber. Das Beispiel Australien zeige jedoch, dass Verbote sehr einfach umgangen werden können.

"Es gibt schon jetzt Altersbeschränkungen für die Plattformen. Letztlich sind es aber die Eltern, die diese durchsetzen müssen", sagte er. Wichtiger in seinen Augen sei eine "Klarnamenpflicht im Internet, um die Hemmschwelle für Bedrohungen und Beleidigungen heraufzusetzen".

Am Wochenende hatten die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), und ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Hendrik Wüst (CDU) in der Debatte um Altersgrenzen für Social Media auf schnelle Entscheidungen gedrungen. Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hält strengere Regeln für notwendig, möchte aber die Beratungsergebnisse der im vergangenen Herbst eingesetzten Expertenkommission abwarten. Diese sollen im Sommer vorliegen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

kfr



Zuerst veröffentlicht 15.03.2026 07:09 Letzte Änderung: 15.03.2026 07:25

Schlagworte: Medien, Internet, Jugend, Bundesregierung, Parteien, NEU

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