Schönenborn von "Tagesthemen"-Vorschlag überrascht - epd medien

16.03.2026 05:00

Er habe bis zu einer entsprechenden Botschaft aus der ARD-Intendantenrunde nie darüber nachgedacht, Verantwortung vorzeitig abzugeben, sagt der scheidende WDR-Programmdirektor.

München (epd). Ein Signal aus der Runde der Intendantinnen und Intendanten der ARD war nach den Worten von Jörg Schönenborn ausschlaggebend für seinen Abschied als WDR-Programmdirektor und den Wechsel zu den "Tagesthemen". "Ich hatte vorher ehrlicherweise nie darüber nachgedacht, Verantwortung vorzeitig abzugeben", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Er habe aber "eine Botschaft von der Intendantenrunde bekommen, die mich zunächst total überrascht hat, die mir geschmeichelt hat und die mich in wenigen Stunden dazu gebracht hat, diese Chance wahrzunehmen".

Ihm mache seine Aufgabe als Programmdirektor jeden Tag Spaß. "Nicht jede Sitzung macht Spaß, aber Verantwortung mit den Menschen, mit denen ich arbeite, schon", sagte der 61-Jährige. Aber er sei immer Journalist aus Leidenschaft gewesen und habe sich, "auch wenn der Kalender noch so voll war, den Weg offen gehalten, auch ein bisschen journalistisch zu arbeiten"."Deshalb hat es nicht lange gebraucht, bis diese Idee in mir Resonanz gefunden hat", sagte er.

Niederlage bei Intendantenwahl

Die ARD hatte am Freitag mitgeteilt, dass Schönenborn seinen Posten als Programmdirektor des Westdeutschen Rundfunks (WDR) für den Bereich Information, Fiktion und Unterhaltung aufgibt und neue Aufgaben im Senderverbund übernimmt. Unter anderem verstärke er als Moderator das Team der "Tagesthemen". Wie bisher werde Schönenborn Ergebnisse und Analysen bei allen Wahlen in der ARD präsentieren und einer der Gastgeber des "ARD-Presseclubs" am Sonntag sein.

Für den WDR und die ARD ist der Journalist seit 40 Jahren tätig, unter anderem als Chefredakteur und seit 2019 als Programmdirektor. Seine Bewerbung zum WDR-Intendanten im Sommer 2024 blieb allerdings ohne Erfolg. "Damit hadere ich nicht", sagte Schönenborn der "Süddeutschen Zeitung". Nun eröffne sich eine neue berufliche Phase, "und das ist eine, die ich so auch noch nicht gelebt habe". "Das wäre in jeder Führungsposition nicht der Fall gewesen", sagte er.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

kfr



Zuerst veröffentlicht 16.03.2026 06:00

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Personalien

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