17.03.2026 09:00
Marl (epd). Das Grimme-Institut und die Universität zu Köln stellen das gemeinsam betriebene Grimme-Forschungskolleg ein. Hintergrund sei die bereits 2024 erfolgte Aufgabe des Forschungsbereichs beim Grimme-Institut, wie dieses dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Nachfrage mitteilte.
Im Jahr 2023 war Grimme in eine finanzielle Schieflage geraten. In der Folge wurden Umstrukturierungen bei der in Marl ansässigen Institution nötig. Gemeinsam mit der Universität hatte das Grimme-Institut das Forschungskolleg in Köln 2014 als gemeinnützige GmbH gegründet, um etwa digitale Kommunikationskulturen zu analysieren.
Die Entscheidung, das Forschungskolleg aufzulösen, sei von den Gesellschaftern bereits Ende 2024 getroffen worden, sagte Çigdem Uzunoglu, seit Anfang 2025 Direktorin und Geschäftsführerin des Grimme-Instituts, dem epd. Aktuell würden die erforderlichen Formalitäten umgesetzt. Entsprechend den rechtlichen Vorgaben sei vorgesehen, die Abwicklung innerhalb einer Jahresfrist abzuschließen.
Von der Auflösung des Forschungskollegs seien keine Beschäftigten betroffen, so Uzunoglu weiter. Sie wurde im April 2025 auch Geschäftsführerin des Forschungskollegs. Dessen Wissenschaftlicher Direktor ist seit Ende 2021 der Medienrechtler Karl-Nikolaus Peifer von der Universität zu Köln.
Die Finanzierung des Forschungskollegs war eng mit dem Grimme-Institut verknüpft, dessen Hauptfinanzier das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) ist. Derzeit erhält Grimme aus dem Medienetat der NRW-Staatskanzlei knapp 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Ein kleiner Teil der Landesgelder sei für das Forschungskolleg vorgesehen, von 2015 bis 2023 flossen laut Uzunoglu insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. 2024 und 2025 habe das Forschungskolleg aus Grimme-Landesmitteln keine Gelder mehr erhalten.
Seitens der Universität zu Köln habe das Grimme-Forschungskolleg keine Gelder erhalten, teilte Dekan der Philosophischen Fakultät, Stefan Grohé, auf epd-Anfrage mit. Dem von der Uni gestellten Wissenschaftlichen Direktor sei seit 2021 durch die Zuordnung einer halben Stelle einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Unterstützung bei den Koordinationsaufgaben gewährt worden. Finanziert worden sei diese aus den Haushalten der am Grimme-Forschungskolleg beteiligten Fakultäten.
Uzunoglu erklärte, mit den 1,5 Millionen Euro seien insgesamt 56 Projekte umgesetzt worden, gemeinsam von Wissenschaftlern und Beschäftigten der Universität zu Köln und des Grimme-Instituts. Beispielhaft verwies sie auf Forschungen zum Thema politische Influencer und Orientierungen Jugendlicher sowie auf Publikationen wie "Online Hate Speech". Im Jahr 2024 habe sich das Forschungskolleg noch an Fachveranstaltungen beteiligt, etwa mit einer Session, gemeinsam mit dem Grimme-Institut, beim Global Media Forum der Deutschen Welle im Juni 2024 in Bonn.
vnn
Zuerst veröffentlicht 17.03.2026 10:00
Schlagworte: Medien, Forschung, Grimme, Grimme-Forschungskolleg, vnn
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