17.03.2026 15:01
Berlin (epd). Vor dem Auswärtigen Amt in Berlin ist am Dienstag für die in Syrien verschwundene Journalistin Eva Maria Michelmann demonstriert worden. Rund 30 Menschen hätten auf Aufruf der Initiative "Wo ist Eva" Informationen zu ihrem Verbleib und ihre Freilassung gefordert, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei.
Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die deutschen Botschaften in Beirut und Damaskus bemühten sich "weiter intensiv um Aufklärung". Der Anwalt der Familie Michelmanns, Roland Meister, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), er gehe davon aus, dass die seit dem 18. Januar verschwundene Kölnerin noch am Leben ist.
Michelmann sei im nordsyrischen Rakka mutmaßlich mit ihrem kurdischen Journalistenkollegen Ahmet Polad nach einem Vorstoß von Einheiten der syrischen Übergangsregierung gefangen genommen worden. Es gebe dementsprechende Zeugenaussaugen sowie Berichte aus arabischen Zeitungen, erklärte Meister.
Michelmann arbeitete dem Anwalt zufolge hauptsächlich für die linke türkische Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansi (ETHA). Zudem sei sie für den linken türkischen Sender "Özgür TV" tätig gewesen. Meister betonte, dass Michelmann "nicht bewaffnet gekämpft" habe: "Sie hatte natürlich Sympathie für das, was in Rojava abläuft."
Rojava wird die kurdische "Demokratische Selbstverwaltung der Region Nord- und Ostsyrien" genannt. Das de facto autonome Gebiet entstand ab 2012 infolge der Geschehnisse des syrischen Bürgerkriegs.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lob
Zuerst veröffentlicht 17.03.2026 16:01
Schlagworte: Medien, Syrien, Bundesregierung
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