Warnstreik bei der dpa - epd medien

20.03.2026 10:14

Die Beschäftigten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) streiken erstmals in der Geschichte der Nachrichtenagentur ganztägig. Sie fordern höhere Löhne. Auswirkungen auf die Nachrichtenversorgung sind möglich.

Warnstreik bei der dpa am 20. März

Berlin (epd). Die fast 800 Beschäftigten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind für diesen Freitag zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sei ein Stillstand bei den laufenden Tarifverhandlungen, teilten der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Gewerkschaft ver.di mit. Der Streikaufruf richtete sich nach dpa-Angaben an die Landesbüros, den Berliner Newsroom und die Tochtergesellschaften dpa infocom, dpa English Services und die Rufa Rundfunk Agenturdienste.

Ein dpa-Sprecher erklärte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd), dass es "eventuell zu Verzögerungen und Einschränkungen bei den dpa-Angeboten kommen" könne. "Alle wichtigen Themen der Berichterstattung werden jedoch in gewohnter Qualität ausgeliefert."

Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung der Gehälter um einen monatlichen Festbetrag von 250 Euro für 2026 und für 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent mit einer Laufzeit von 18 Monaten. Die dpa-Geschäftsführung bietet für 2026 ein Plus von 2,3 Prozent oder alternativ eine Erhöhung um einen Festbetrag von 110 Euro an. Für 2027 sieht ihr Angebot eine Erhöhung um 2,5 Prozent vor.

Geschäftsführung lehnt Forderungen weiter ab

Der dpa-Sprecher sagte dem epd, dass ein Tarifabschluss den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens entsprechen und gleichzeitig zur Entwicklung ihrer Möglichkeiten am Markt passen müsse. "Aus Sicht der Geschäftsführung ist es daher ein Zeichen der Verantwortung, bei dieser Linie zu bleiben." Größere Tarifsprünge seien nicht möglich.

Matthias von Fintel, ver.di-Verhandlungsführer, erklärte, es handele sich um die erste ganztägige Arbeitsniederlegung in der Geschichte der Nachrichtenagentur. "Die dpa-Beschäftigten versorgen deutsche Medien rund um die Uhr und unter enormem Hochdruck mit hochwertigen und zuverlässigen Nachrichtenprodukten. Das sehen sie vom Arbeitgeber nicht ausreichend anerkannt."

DJV-Verhandlungsführer Christian Wienzeck sprach von einem "notwendigen Schuss vor den Bug" der dpa-Geschäftsführung. Die nächste, fünfte Verhandlungsrunde soll am 27. März stattfinden.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

nbl



Zuerst veröffentlicht 20.03.2026 11:14 Letzte Änderung: 20.03.2026 11:55

Schlagworte: Medien, Nachrichtenagenturen, Gewerkschaften, NEU

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