26.03.2026 10:13
Erfurt (epd). Im nordthüringischen Ort Fretterode sind erneut Journalisten angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Medienvertreter am Mittwochabend bei Dreharbeiten vor dem Anwesen eines bekannten Rechtsextremisten verletzt. Zwei Tatverdächtige seien inzwischen ermittelt und festgenommen worden.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Thüringen zeigte sich besorgt über die Entwicklung. Die stellvertretende Landesvorsitzende Mariana Friedrich erklärte, Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten würden von einigen Tätern offenbar zunehmend als normal angesehen.
Bereits vor acht Jahren waren in Fretterode Journalisten bei Recherchen von Rechtsextremisten attackiert worden. Der damalige Fall sorgte wegen Verzögerungen und Ermittlungspannen bundesweit für Aufsehen. Ein zunächst verhängtes Urteil war auf Kritik gestoßen und später vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden. Seit Dezember 2025 wird der Fall neu verhandelt.
Friedrich sieht in dem aktuellen Angriff eine Bestätigung früherer Befürchtungen. Das damalige Urteil sei nicht geeignet gewesen, die Pressefreiheit wirksam zu schützen. Auch DJV-Geschäftsführer Sebastian Scholz forderte ein entschiedenes Vorgehen des Rechtsstaates. Der Staat müsse zeigen, dass er die Pressefreiheit konsequent verteidigt.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lob
Zuerst veröffentlicht 26.03.2026 11:13
Schlagworte: Medien, Kriminalität
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