HateAid: Bildbasierte digitale Gewalt hat sich verdoppelt - epd medien

27.03.2026 04:45

Die Beratungsstelle HateAid hat im vergangenen Jahr knapp 300 Betroffene beraten, von denen sexualisierte Deepfakes, heimlich aufgenommenes oder gestohlenes Bildmaterial kursierten. Die Dunkelziffer könnte hoch sein.

Berlin (epd). Bei der Organisation HateAid haben sich die Beratungsfälle zu "bildbasierter digitaler Gewalt" im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Im vergangenen Jahr habe HateAid zu knapp 300 dieser Fälle Beratung geleistet, sagte die Geschäftsführerin der Berliner Organisation, Josephine Ballon, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Darunter fallen demnach die Veröffentlichung sexualisierter Deepfakes, die Erpressung mit solchem Bildmaterial, aber auch heimlich aufgenommene und gestohlene Bilder.

HateAid verzeichne eine stetig steigende Anzahl von Beratungsanfragen zu diesem Thema, erklärte Ballon. Allerdings seien die Zahlen der Beratungsstelle nicht repräsentativ und Strafverfolgungsstatistiken nicht aussagekräftig: "Wir gehen davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt." In einer HateAid-Umfrage aus dem Jahr 2022 hätten bereits 30 Prozent der befragten Frauen geäußert, dass sie Angst vor einer Veröffentlichung gefälschter oder gestohlener Nacktbilder haben.

Fernandes wehrt sich gegen digitale Gewalt

Die Schauspielerin Collien Fernandes wehrt sich seit Jahren gegen Deepfake-Videos von ihr mit pornografischen Inhalten und machte das Thema digitale Gewalt an ihrem eigenen Beispiel öffentlich. Inzwischen hat sie ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, angezeigt und wirft ihm unter anderem Identitätsdiebstahl und sexualisierte Gewalt vor. Ulmens Anwalt nennt die entsprechende Medienberichterstattung rechtswidrig. Es würden "unwahre Tatsachen" verbreitet, hieß es in einer Erklärung.

Meldung aus dem epd-Basisdienst



Zuerst veröffentlicht 27.03.2026 05:45

epd-Gespräch: Jonas Grimm

Schlagworte: Kriminalität, Internet, Frauen, INT

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