26.03.2026 15:58
Brüssel (epd). Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verschärft die EU-Kommission ihr Vorgehen gegen Onlineplattformen. In ihren vorläufigen Feststellungen gegen die Porno-Plattformen Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos kommt die Kommission zu dem Schluss, dass diese keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen hätten, um Minderjährigen den Zugang zu ihren Diensten wirksam zu verwehren. Insbesondere seien die eingesetzten Verfahren zur Altersüberprüfung unzureichend, wodurch sie gegen die Vorgaben des Digital Services Act (DSA) zum Jugendschutz verstießen, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.
Zugleich leitete die Kommission ein formelles Verfahren gegen die vor allem bei Kindern und Jugendlichen populäre App Snapchat ein. Der Dienst stehe unter Verdacht, Minderjährige nicht ausreichend vor Risiken zu schützen. Dabei geht es unter anderem um Defizite bei der Altersprüfung sowie um das Design der Plattform, das Kontaktaufnahmen mit schädlicher Absicht erleichtern könnte - etwa zur sexuellen Ausbeutung oder zur Anwerbung für kriminelle Aktivitäten. Zudem geht es um die Verbreitung illegaler Inhalte, darunter insbesondere Hinweise auf den Verkauf von Drogen und Vapes an Minderjährige.
Die Schritte stellen noch keine abschließenden Entscheidungen dar. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Unternehmen Geldbußen von bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes.
Die Bundesnetzagentur begrüßte die Schritte der EU-Kommission zum Kinder- und Jugendschutz im Netz. "In den Verfahren gegen Snapchat und die Porno-Plattformen haben die deutschen Landesmedienanstalten durch zahlreiche Hinweise und Informationen entscheidend zu den Ermittlungen beigetragen", teilte die Behörde mit.
mab
Zuerst veröffentlicht 26.03.2026 16:58 Letzte Änderung: 27.03.2026 11:37
Schlagworte: EU, Internet, Jugend, Medien, NEU
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