TV-Marktanteile im März: Krimis bringen Quote - epd medien

10.04.2026 09:30

Im März zogen wieder einmal die Krimis die meisten Fernsehzuschauer an. Das Erste punktete auch nach Olympia bei den 14-bis-49-Jährigen, ProSieben und Sat.1 verloren im Vergleich zum Vorjahr deutlich in dieser Zielgruppe.

Der HR-"Tatort: Fackel" mit Edin Hasanovic und Melika Foroutan war die meistgesehene Sendung im März

Frankfurt a.M. (epd). Das ZDF war auch im März der Fernsehsender mit dem höchsten Marktanteil: Das Zweite erreichte 15,2 Prozent beim Gesamtpublikum. Den zweiten Rang unter den Fernsehsendern belegt Das Erste mit 12,7 Prozent. Die Dritten Programme erreichten nach den Zahlen der AGF Videoforschung zusammengerechnet 13,4 Prozent der Zuschauer ab drei Jahren.

Erfolgreichster Privatsender beim Gesamtpublikum ist weiterhin RTL mit 8,3 Prozent Marktanteil. Danach behauptet sich Vox mit 4,4 Prozent weiterhin vor Sat.1 mit 4,2 Prozent, gefolgt von ZDFneo, ProSieben und Kabel Eins, die alle 2,7 Prozent Marktanteil erreichten. Im Vergleich zum Vorjahr verliert das Erste 0,6 Prozentpunkte. Auch ProSieben und Sat.1 büßen jeweils 0,2 Prozentpunkte ein. RTLzwei steigerte seinen Marktanteil von 2,0 auf 2,4 Prozent.

Die Marktanteile der Sender im März im Jahresvergleich Copyright: epd

Bei der werberelevanten Gruppe zwischen 14 und 49 Jahren war RTL mit 9,4 Prozent erneut am erfolgreichsten. Das Erste schob sich mit 8,4 Prozent vor ProSieben (7,6 Prozent). Dahinter folgen das ZDF mit 7,5 Prozent sowie Vox mit 6,3 Prozent. Auch die Dritten Programme erreichten zusammengerechnet 6,3 Prozent bei den Jüngeren. Im Vergleich zum Vorjahr verlor ProSieben 0,8 Prozentpunkte und Sat.1 0,9 Prozentpunkte in dieser Zielgruppe.

Sechs Krimis unter den Top Ten

Nach dem Olympiamonat Februar standen im März wieder Krimis wieder hoch im Kurs der Zuschauer. Unter den Top Ten landeten sechs Fernsehfilme aus den Reihen "Polizeiruf 110", "Tatort" und "Nord Nord Mord". Am beliebtesten beim Gesamtpublikum war "Fackel", der dritte "Tatort"-Film um das Frankfurter Ermittler-Duo Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) mit 8,95 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 33,7 Prozent. Am Drehbuch schrieb der Schauspieler und Musiker Tom Schilling mit.

Auch die Berichterstattung zu den politischen Top-Ereignissen wurde von den Zuschauern honoriert. Unter den meistgesehenen Sendungen rangieren die "Tagesschau"-Ausgaben über die Landtagswahlen im Südwesten Deutschlands und über den Krieg im Iran. Der ARD-"Brennpunkt" am Tag nach Kriegsausbruch war mit 8,74 Millionen Zuschauern und 32,1 Prozent Marktanteil die zweiterfolgreichste Sendung im März. Auf Platz drei in der Gunst der Zuschauer landet das Testspiel der deutschen Fußball-Nationalelf der Männer gegen Ghana, das 8,56 Millionen Menschen im Ersten sahen (Marktanteil 34,6 Prozent). Auf den fünften Platz schafft es der "Polizeiruf: Goldraub" vom RBB, der 7,93 Millionen Menschen vor den Bildschirm lockte (Marktanteil 30,2 Prozent).

Arte vor 3sat

Das Vorbereitungsspiel der deutschen Fußballmannschaft auf die Weltmeisterschaft brachte auch dem Privatsender RTL eine hohe Quote. Den 4:3-Erfolg im Auftaktspiel gegen die Schweizer "Nati" verfolgten im Schnitt 6,58 Millionen Zuschauer (Marktanteil 29,7 Prozent). Hohe Zuschaueranteile verbucht weiterhin Günther Jauchs Quizshow "Wer wird Millionär?" für RTL. 2,89 Millionen sahen die Show am 23. März. Bei Vox zog im März die Dokumentation "Herbstresidenz - Ein Jahr danach" 1,1 Millionen Zuschauer an.

Der deutsch-französische Kultursender Arte kam auf einen Anteil von 1,4 Prozent am Gesamtpublikum und lag damit vor 3sat mit 1,2 Prozent. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen lag Arte mit 1,0 Prozent vor 3sat, das in dieser Zielgruppe einen Marktanteil von 0,7 Prozent erreichte.

Bei den Nachrichtensendern platzierte sich NTV (1,4 Prozent) im Gesamtpublikum vor Welt (1,2 Prozent) und dem öffentlich-rechtlichen Infokanal Phoenix (0,9 Prozent). Bei den 14- bis 49-Jährigen kam NTV auf 2,0 Prozent, Welt auf 1,7 Prozent und Phoenix auf 1,1 Prozent.

Die Marktanteile werden im Auftrag der Sender von der AGF Videoforschung erhoben. Seit Jahresbeginn werden sie nach dem Bewegtbildstandard ausgewiesen. Dabei werden auch Haushalte eingerechnet, die nicht über einen Fernseher verfügen und die Live-Programme der Sender über Tablet, Smartphone oder Laptop nutzen. Diese Zahlen werden aber erst acht Tage später in die Marktanteilstabellen integriert.

liw



Zuerst veröffentlicht 10.04.2026 11:30

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Medienforschung, Marktanteile, liw

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