Bauer reduziert Digitalportfolio in Deutschland auf drei Marken - epd medien

16.04.2026 13:04

Der Bauer-Konzern macht seine deutsche Digitaltochter Xcel Media dicht und reduziert sein digitales Markenportfolio deutlich. Das Hamburger Unternehmen verweist auf veränderte Marktstrukturen und Nutzungsgewohnheiten.

Hamburg (epd). Die Bauer Media Group reduziert weltweit ihr digitales Portfolio und schließt zum 30. September die Digitaltochter Bauer Xcel Media Deutschland KG. Von der Schließung seien alle rund 160 Kolleginnen und Kollegen betroffen, teilte der Konzern am 14. April in Hamburg mit. Soweit innerhalb der Bauer Media Group offene Stellen vorhanden seien, würden diese vorrangig mit Beschäftigten aus der Bauer Xcel Media besetzt. Das gestraffte Digitalportfolio bestehe künftig noch aus den drei Marken "Lecker.de", "TVmovie.de" und "Astrowoche.de".

Die Bauer Xcel Media ist laut der bisherigen Selbstdarstellung "der digitale Herzschlag des deutschen Publishinggeschäfts der Bauer Media Group" und einer der "reichweitenstärksten Digital-Publisher Deutschlands". Die Dienstleistungen für das verbleibende Portfolio würden künftig in anderen Bauer-Gesellschaften erbracht, sagte eine Konzernsprecherin dem epd auf Nachfrage. Sie bestätigte, dass die Digitalmarken "Wunderweib.de", "Intouch.de", "Bravo.de", "Autozeitung.de", "selbst.de" sowie "Cosmopolitan.de" eingestellt werden. Das Printportfolio sei nicht betroffen.

Veränderte Rahmenbedingungen

Als Grund für die Maßnahmen führte Bauer an, dass sich die Rahmenbedingungen für digitales Publishing in den vergangenen Jahren "grundlegend verändert" hätten. Informationen würden zunehmend über Plattformen bereitgestellt, ohne dass Nutzer Publisher-Websites besuchen. Parallel gerieten etablierte Monetarisierungsmodelle durch veränderte Werbemärkte und intensiveren Wettbewerb weiter unter Druck. Infolge dieser Veränderungen seien Reichweite und Profitabilität des digitalen Publishinggeschäfts deutlich zurückgegangen.

Daher habe die Bauer Media Group im Rahmen einer globalen Strategieüberprüfung die Entscheidung getroffen, die bisherige Digitalstrategie nicht weiterzuverfolgen und ihr globales digitales Publishinggeschäft neu auszurichten. Diese Neuaufstellung umfasse insbesondere die Beendigung des Global Digital Managements und die Rückführung der Verantwortung in die lokalen Unternehmen der Gruppe. Das digitale Portfolio werde in den einzelnen Märkten reduziert und gestrafft.

Ingo Klinge, President Globales Publishing und CEO Publishing Germany, erklärte, die Fokussierung der digitalen Aktivitäten sei "die einzig richtige strategische Entscheidung". Der Anspruch des Konzerns sei aber unverändert: "Wir verbinden ein starkes Printfundament mit einer zukunftsgerichteten und wirtschaftlich sinnvollen digitalen Entwicklung." Dabei werde Bauer "neue Möglichkeiten konsequent nutzen, die sich durch Technologien, Plattformen oder verändertes Nutzerverhalten ergeben".

rid/ema



Zuerst veröffentlicht 16.04.2026 15:04

Schlagworte: Medien, Unternehmen

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