Politiker im ZDF-Fernsehrat fehlen häufiger als andere Mitglieder - epd medien

21.04.2026 08:01

Im ZDF-Fernsehrat waren die Politikvertreter im vergangenen Jahr erneut wesentlich seltener anwesend als andere Mitglieder. Die niedrigste Sitzungspräsenz hatte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU), die nur an einem Termin teilnahm.

ZDF-Logo an einem Stehpult

Mainz (epd). Die Politikvertreter im ZDF-Fernsehrat haben auch im Jahr 2025 eine deutlich unterdurchschnittliche Anwesenheitsquote erreicht. Die 16 Länder- und zwei Bundesvertreter kamen im Schnitt auf eine Sitzungsteilnahme von 64 Prozent. Beim Gesamtgremium mit 60 Mitgliedern waren es dagegen 78 Prozent. Das ergibt sich aus den Daten, die das Gremium auf seiner Webseite veröffentlichte.

Die 16 Bundesländer entsenden je einen Vertreter in den Fernsehrat. Der Bund wird repräsentiert von Ex-Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und vom früheren Außenminister Heiko Maas (SPD). Der Fernsehrat, der unter anderem für die Programmkontrolle zuständig ist, hat vier Ausschüsse.

Bereits 2024 hatte die durchschnittliche Sitzungspräsenz der Politikvertreter deutlich niedriger gelegen als die aller Fernsehratsmitglieder. Während für das gesamte Gremium eine Quote von 81 Prozent ausgewiesen worden war, hatten die 18 Vertreter von Ländern und Bund nur 68 Prozent erreicht.

Teilnahmequote des Gesamtgremiums sinkt ebenfalls

Im Jahr 2025 sanken somit die durchschnittlichen Teilnahmequoten des Gesamtgremiums und der Politikvertreter, bei letzteren um vier Prozentpunkte.

Die niedrigste Sitzungspräsenz aller Fernsehratsmitglieder hatte im vorigen Jahr die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU). Sie kam auf acht Prozent (Teilnahme an einer von zwölf Sitzungen). Auch 2024 war für Stenke, zusammen mit einem weiteren, inzwischen ausgeschiedenen Fernsehratsmitglied, die niedrigste Quote verzeichnet worden. Seit 2017 vertritt sie das Land Schleswig-Holstein im Fernsehrat. Damals wurde sie Bildungsstaatssekretärin, im Mai 2025 stieg sie zur Ministerin auf.

Zu den Fernsehratsmitgliedern mit den niedrigsten Anwesenheitsquoten gehörten im vergangenen Jahr außerdem Kristina Sinemus (CDU) und Heiko Maas. Sinemus, hessische Digitalisierungsministerin, kam auf 33 Prozent (vier von zwölf Sitzungen). Maas, der inzwischen als Rechtsanwalt arbeitet, erreichte 38 Prozent (drei von acht Sitzungen).

17 Mitglieder nahmen an jeder Sitzung teil

Als einzige Politikvertreterin kam Katrin Schütz (CDU) auf eine Sitzungspräsenz von 100 Prozent. Die frühere baden-württembergische Wirtschaftsstaatssekretärin nahm an allen zwölf möglichen Sitzungen teil. Schütz vertritt seit 2016 im Fernsehrat das Land Baden-Württemberg.

Neben Schütz hatten 2025 noch weitere 16 Fernsehratsmitglieder eine Anwesenheitsquote von 100 Prozent. Dazu gehörten etwa die Vorsitzende Gerda Hasselfeldt, die erste stellvertretende Vorsitzende Katrin Kroemer sowie die beiden weiteren stellvertretenden Vorsitzenden Christoph Becker und Claudia Conen.

Kroemer und Becker nahmen an allen für sie möglichen 16 Sitzungsterminen teil. Das galt außerdem für Ali Ertan Toprak. Die drei absolvierten somit im vorigen Jahr die meisten Sitzungen. Bereits 2024 hatten Kroemer und Becker an sämtlichen für sie angesetzten Sitzungsterminen (17) teilgenommen.

Die Gesamtzahl der möglichen Sitzungstermine variiert je nach Mitglied. Sie ergibt sich aus der Kombination von Plenarsitzungen und der Mitarbeit in den Fernsehratsausschüssen.

Verwaltungsrat mit leicht gestiegener Quote

Der ZDF-Verwaltungsrat, der für die Finanzkontrolle des ZDF zuständig ist, kam nach eigenen Angaben im vorigen Jahr auf eine durchschnittliche Teilnahmequote von 88 Prozent an den Plenums- und Ausschusssitzungen. Im Jahr zuvor waren es 86 Prozent gewesen.

2025 zählte der Verwaltungsrat, dem die Finanzkontrolle des ZDF obliegt, zwölf Mitglieder; seit Anfang 2026 ist ein Sitz vakant. Das Gremium hat drei Ausschüsse. Im vorigen Jahr gab es bis zu 18 Sitzungstermine. Diese Höchstzahl wurde für vier Mitglieder ausgewiesen.

Eine Sitzungsteilnahme von 100 Prozent erreichten sieben Verwaltungsratsmitglieder, darunter auch ein Mitglied, das ausschied und dessen Nachfolger. Die Medienwissenschaftlerin Barbara Thomaß nahm an allen 18 Sitzungen teil. Sie absolvierte damit 2025 die meisten Sitzungen, so wie auch schon im Jahr zuvor (damals neben zwei weiteren Mitgliedern). Die ZDF-Verwaltungsratsvorsitzende Malu Dreyer (SPD), frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, kam ebenfalls auf eine Sitzungspräsenz von 100 Prozent (sieben Sitzungen).

Schwesig vergleichsweise selten anwesend

Auch Reiner Haseloff (CDU) war 2025 an allen sieben Sitzungen anwesend. Er gab sein Amt als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Ende Januar dieses Jahres ab. Der noch amtierende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kam auf eine Teilnahmequote von 80 Prozent (vier von fünf Sitzungen).

Bei Manuela Schwesig (SPD), Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern, waren es 60 Prozent (drei von fünf Sitzungen), was die zweitniedrigste Teilnahmequote war. Die statistisch niedrigste mit 50 Prozent wurde für Michael Sommer angegeben. Der frühere Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) war bis Ende Juni 2025 ZDF-Verwaltungsratsmitglied. Er starb damals im Alter von 73 Jahren.

vnn



Zuerst veröffentlicht 21.04.2026 10:01

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