Zeitungen und Zeitschriften: E-Paper weiter im Aufwind - epd medien

21.04.2026 13:48

Die Auflagen der gedruckten Presse sinken weiter, während digitale Ausgaben meist zulegen. Der E-Paper-Verkauf stieg im ersten Quartal dieses Jahres bei Tageszeitungen und Publikumszeitschriften.

Berlin (epd). Das Geschäft der Presse in Deutschland verlagert sich zunehmend ins Digitale: Während sich der Auflagenschwund der gedruckten Tageszeitungsausgaben im ersten Quartal 2026 fortsetzte, legten die E-Paper-Auflagen weiter zu, wie die Auflagenkontrolle IVW am Dienstag in Berlin mitteilte. Ähnliches gilt für die Publikumszeitschriften, während die Wochenzeitungen auch bei E-Papern verloren.

Einschließlich der Sonntagsausgaben verkauften die Zeitungen demnach durchschnittlich pro Erscheinungstag noch knapp zehn Millionen Exemplare und damit 5,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten sind auch die E-Paper-Verkäufe, die um 8,1 Prozent auf 2,82 Millionen Exemplare stiegen.

FAZ und "Süddeutsche" mit Verlusten

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" setzte von Montag bis Samstag noch 167.902 Exemplare (Print und E-Paper) ab, im Vorjahresquartal waren es 175.550. Auch die "Süddeutsche Zeitung" musste einen Verlust hinnehmen und verkaufte im ersten Quartal dieses Jahres noch 244.700 Stück nach 260.648 im Vorjahreszeitraum. Die "Bild"-Zeitung, die gemeinsam mit dem Berliner Boulevardblatt "B.Z." ausgewiesen wird, verkaufte 919.446 Exemplare. Im ersten Quartal 2025 waren es noch 978.645.

Zusätzlich zu den Auflagen zertifiziert die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für 62 Titel, zumeist Tageszeitungen, den Absatz von Paid-Content-Nutzungsrechten. Im Durchschnitt des ersten Quartals stiegen hier die Verkäufe der täglichen durchschnittlichen Nutzungsrechte um 7,4 Prozent.

Die Wochenzeitungen verkauften pro Erscheinungstag im ersten Quartal 2026 im Schnitt 1,57 Millionen Exemplare, das waren 3,7 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die E-Paper-Verkäufe sanken um 4,4 Prozent auf 475.346. Marktführer "Die Zeit" setzte im ersten Quartal dieses Jahres pro Ausgabe 607.062 Stück ab, nach 636.600 im Vorjahreszeitraum.

Auch Publikumszeitschriften verlieren

Die Publikumszeitschriften verloren im Vorjahresvergleich bei der verkauften Auflage elf Prozent und kamen noch auf durchschnittlich 37,51 Millionen Exemplare, davon 3,45 Millionen E-Paper (plus 6,2 Prozent). "Der Spiegel" setzte 628.823 Exemplare ab, das waren rund 41.000 weniger als im ersten Quartal 2025.

Weiterhin verbuchten auch die Fach- und Kundenzeitschriften Auflagenverluste. Die Fachzeitschriften gaben im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,2 Prozent auf 6,21 Millionen verkaufte Exemplare nach, während die Auflage der Kundenzeitschriften um 8,3 Prozent auf 13,87 Millionen Stück sank.

nbl



Zuerst veröffentlicht 21.04.2026 15:48 Letzte Änderung: 21.04.2026 16:15

Schlagworte: Medien, Presse, NEU

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