22.04.2026 14:01
Leipzig (epd). Das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) hat für das vergangene Jahr 34 körperliche Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in Deutschland registriert. Dies entspreche einem Rückgang um 64 Fälle im Vergleich zu 2024, teilte das Zentrum am Mittwoch in Leipzig mit. Zentraler Gefahrenort bleiben den Angaben zufolge Demonstrationen, bei denen sich mehr als jeder zweite Fall ereignete.
Laut Studie konzentrieren sich die Fälle in bestimmten Regionen. Allein 14 Fälle ereigneten sich in Berlin, jeweils sieben in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch die ideologische Zuordnung unterscheide sich. Während in ostdeutschen Bundesländern ein besonders hoher Anteil rechter Gewalt zu verzeichnen sei, träten in anderen Regionen häufiger heterogene Protestkontexte auf.
Insgesamt dokumentierte die Langzeitstudie 522 Fälle von Angriffen auf Journalisten im Zeitraum 2015 bis 2025. Trotz des deutlichen Rückgangs 2025 liegt die Fallzahl weiterhin deutlich über den vier Jahren vor der Corona-Pandemie, als das ECPMF im Schnitt rund 17 Angriffe pro Jahr zählte. Die Pandemie habe eine Phase mit vielen Demonstrationen eingeleitet, die geprägt gewesen sei von erhöhter Medienfeindlichkeit, hieß es.
Zwar sei "eine anhaltende Kontinuität rechter Gewalt erkennbar", erklärte das Zentrum. Gleichzeitig gewännen seit 2020 "ideologisch heterogene Protestkontexte an Bedeutung, was auf eine breitere Verankerung medienfeindlicher Narrative hinweist".
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lob/nbl
Zuerst veröffentlicht 22.04.2026 16:01
Schlagworte: Medien, Presse, Studien
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