Detzel: Planungssicherheit für Sender mit KEF-Empfehlung gewährleistet - epd medien

22.04.2026 17:58

Der Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender ist immer wieder in der Diskussion. Jetzt hat der Vorsitzende der Finanzkommission, Martin Detzel, im Berliner Abgeordnetenhaus Stellung bezogen.

Martin Detzel (Archivbild)

Berlin (epd). Der Vorsitzende der Finanzkommission KEF, Martin Detzel, sieht mit der aktuellen KEF-Empfehlung zum Rundfunkbeitrag die Planungssicherheit der öffentlich-rechtlichen Sender gewährleistet. "Wenn wir einen Beitrag empfehlen, dann reicht der auch aus, um den anerkannten Bedarf der Sender zu finanzieren", sagte der Wirtschaftswissenschaftler bei einer Ausschusssitzung im Berliner Abgeordnetenhaus.

Mit dem im Februar vorgestellten 25. KEF-Bericht korrigierte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ihre Empfehlung aus dem Jahr 2024 und empfahl eine Anhebung des Rundfunkbeitrags um nur noch 28 Cent auf 18,64 Euro ab 2027. Zuvor hatte sie eine Anhebung um 58 Cent auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 empfohlen.

Belastung der Beitragszahler im Blick

Die Bundesländer setzten diese Empfehlung jedoch nicht um, so dass es bei der Beitragshöhe von 18,36 Euro blieb. ARD und ZDF zogen deswegen Ende 2024 vor das Bundesverfassungsgericht, dessen Entscheidung noch aussteht. Ob die Bundesländer nun die Empfehlung einer geringeren Anhebung umsetzen, gilt als unsicher.

Detzel betonte im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten des Berliner Abgeordnetenhauses, die KEF habe auch die Belastung der Rundfunkbeitragszahler im Blick. "Diese darf nicht höher sein als unbedingt nötig", sagte er.

Kommission überprüft Effekte der Kooperationen

Zugleich wandte er sich gegen den Vorwurf, die KEF mache ungenaue Prognosen. Trotz der geo- wie innenpolitischen Veränderungen zwischen der Veröffentlichung des 24. KEF-Berichts im Jahr 2024 und dem 25. KEF-Bericht Anfang 2026 lägen die Abweichungen bei der Ermittlung des anerkannten Finanzbedarfs und der prognostizierten Beitragserträge bei unter einem Prozent, sagte der Kommissionsvorsitzende.

Perspektivisch begrüße die KEF die verstärkten Kooperationen der Anstalten, so Detzel. Die Kommission werde darüber eine Dokumentation unter Berücksichtigung der Einsparungs- und Wirtschaftlichkeitseffekte einfordern. Zur Ermittlung von Wirtschaftlichkeitspotenzialen untersuche die KEF auch das Immobilien- und Standortmanagement der Anstalten.

lob/rid



Zuerst veröffentlicht 22.04.2026 19:58

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen

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