23.04.2026 09:32
Leipzig (epd). Die Verlegerin und Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe, Julia Becker, hat vor dem Hintergrund des Einflusses digitaler Plattformen die Politik zum raschen Handeln aufgerufen. Es brauche faire Wettbewerbsbedingungen sowie klare Regeln und Transparenz im digitalen Raum, sagte Becker am Donnerstag bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig.
"Wir brauchen ein politisches Verständnis dafür, dass Medienpolitik Demokratiepolitik ist", fügte sie hinzu. Es sei zu entscheiden, "ob wir in Zukunft noch eine gemeinsame öffentliche Sphäre haben oder in Blasen gesteuert von Algorithmen leben wollen".
Die entscheidende Frage ist ihrer Ansicht nach, wie schnell gehandelt wird. "Plattformen gewinnen derzeit weiter an Macht und unabhängige Medien verlieren an Einfluss", sagte Becker. Eine Korrektur des Systems sei eine "demokratische Notwendigkeit".
Becker betonte: "Journalismus ist kein Auslaufmodell, aber auch ganz sicher kein Selbstläufer." Im Kern gehe es um Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und das Vertrauen.
"Am Ende wird darüber entschieden, wem geglaubt wird und wer verlässlich ist", sagte die Verlegerin: "Vertrauen wird die knappste Ressource unserer Zeit werden und damit auch die Wertvollste." Die Nähe zu Menschen, die Journalismus aufbauen kann, vermag ihr zufolge keine Künstliche Intelligenz (KI) zu reproduzieren.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lob
Zuerst veröffentlicht 23.04.2026 11:32 Letzte Änderung: 23.04.2026 11:40 (Becker statt Decker )
Schlagworte: Medien, Kongresse, BER, NEU
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