2025 fast 30.000 Beschwerden über Online-Inhalte bei Selbstkontrolle - epd medien

23.04.2026 10:32

Die FSM-Beschwerdestelle hat ihre Jahresstatistik 2025 veröffentlicht: Mit insgesamt 28.598 eingegangenen Meldungen verzeichnete sie vergangenes Jahr die zweithöchste Anzahl an Beschwerden seit Gründung des Vereins im Jahr 1997.

Berlin (epd). Bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) sind im vergangenen Jahr fast 30.000 Beschwerden über illegale oder jugendgefährdende Online-Inhalte eingegangen. Das ist die zweithöchste Anzahl an Beschwerden seit Gründung des Vereins im Jahr 1997, wie die FSM-Beschwerdestelle am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Beschwerdestelle nimmt Hinweise auf jugendgefährdende Online-Inhalte entgegen. Sie soll Kinder und Jugendliche vor entwicklungsbeeinträchtigenden oder nicht altersgerechten Online-Inhalten schützen.

In 74 Prozent der Fälle (21.072 von 28.598 Meldungen) war die Beschwerde begründet, es wurde also ein Rechtsverstoß festgestellt, wie die Stelle mitteilte.

Zunahme von virtuellen Missbrauchsdarstellungen

Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger bilden demnach mit 58 Prozent (12.147 Fälle) die mit Abstand größte Kategorie der begründeten Beschwerden. Ein prägendes Phänomen des Jahres 2025 war dabei die Zunahme von virtuellen Missbrauchsdarstellungen. Insgesamt wurden 2.332 solcher Fälle registriert. "Ob diese Inhalte mittels Künstlicher Intelligenz generiert, gezeichnet oder anderweitig erstellt wurden, ist technisch oft nicht eindeutig feststellbar - rechtlich stellen sie jedoch in jedem Fall eine schwerwiegende Verletzung des Jugendschutzes dar."

Die Kategorie Pornografie machte mit 8.360 Fällen (40 Prozent) den zweitgrößten Anteil an den begründeten Beschwerden aus. Hierbei handelt es sich primär um Verstöße gegen die Pflicht zur Altersverifikation, denn solche Inhalte dürfen nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden, wie es hieß.

Hasskriminalität rückläufig

Die Zahlen im Bereich Hasskriminalität (160 Fälle) sowie Gewaltdarstellungen (264 Fälle) sind im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Sie machen weiterhin rund zwei Prozent des Gesamtvolumens aus.

Die 1997 von Medienverbänden und Unternehmen der Online-Wirtschaft gegründete FSM ist seit 2005 von der Kommission für Jugendmedienschutz als Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle anerkannt.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

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Zuerst veröffentlicht 23.04.2026 12:32

Schlagworte: Medien, Internet, Jugendschutz

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