ABC-Fernsehsender im Visier der US-Medienaufsicht - epd medien

29.04.2026 03:23

Just als sich Präsident Trump abermals öffentlich über Moderator Kimmel beklagt, ordnet die US-Medienbehörde an, dass die Zulassungen der Fernsehsender des ABC-Netzwerks vorzeitig überprüft werden.

Washington (epd). Die US-Medienbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat eine vorzeitige Überprüfung der Lizenzen der acht Fernsehsender des ABC-Netzwerks angeordnet. Die Anordnung wurde am Dienstag (Ortszeit) veröffentlicht, nachdem US-Präsident Donald Trump scharf auf eine Bemerkung des ABC-Moderators Jimmy Kimmel über die First Lady Melania reagiert hatte. Die FCC erwähnt die Kontroverse nicht.

Die Medienbehörde prüfe, ob die zu Disney gehörenden ABC-Sender Kommunikationsgesetze einhalten, heißt es in der Mitteilung, darunter das "Verbot der gesetzwidrigen Diskriminierung". Gemeint sind damit anscheinend FCC-Vorschriften gegen Diversitätsprogramme, wie mehrere Medien berichteten. Noch nie habe eine Regierung eine derart umfassende Überprüfung der Lizenzen eines bedeutenden Netzwerks angeordnet, schrieb die Tageszeitung "New York Times".

Kimmel sprach vom "Leuchten einer werdenden Witwe"

Vergangene Woche hat Kimmel über die "wunderschöne" First Lady Melania Trump und deren "Leuchten einer werdenden Witwe" gewitzelt. Nach dem laut Regierungsangaben gegen Trump gerichteten versuchten Anschlag beim Korrespondentendinner in Washington zwei Tage nach dem Kimmel-Auftritt verurteilte der Präsident die Bemerkung und forderte, ABC solle Kimmel entlassen. Der Moderator erklärte, er habe sich auf den großen Altersunterschied zwischen der 56 Jahre alten Melania und dem 79 Jahre alten Donald Trump bezogen.

Es ist der zweite große öffentlich ausgetragene Konflikt zwischen Trump und Kimmel innerhalb weniger Monate. Im September 2025 hatte ABC Kimmel mehrere Tage lang suspendiert wegen kontroverser Aussagen über den Mord an dem Trump nahestehenden Aktivisten Charlie Kirk. Trump lobte die Suspendierung. Der Fachdienst "The Hollywood Reporter" schrieb am Dienstag, Kimmel habe die Kontroverse damals "gerade noch" überlebt. Kimmels Äußerung über Melania Trump habe bisher keinen vergleichbaren Aufruhr erzeugt.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

ege



Zuerst veröffentlicht 29.04.2026 05:23

Schlagworte: USA, Medien, Fernsehen

zur Startseite von epd medien