29.04.2026 08:48
Brüssel (epd). Instagram und Facebook verstoßen nach vorläufiger Einschätzung der Europäischen Kommission gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA). Die Plattformen setzten das in ihren Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren nicht ausreichend durch, teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. "Unsere vorläufigen Ermittlungen zeigen, dass Instagram und Facebook sehr wenig tun, um zu verhindern, dass Kinder unter diesem Alter auf ihre Dienste zugreifen", erklärte EU-Digital-Kommissarin Henna Virkkunen.
Nach dem DSA müssen Plattformen ihre eigenen Vorschriften durchsetzen. Laut Angaben der Kommission nutzen dennoch etwa zehn bis zwölf Prozent der unter 13-Jährigen in der EU die Plattformen. Studien deuteten darauf hin, dass jüngere Kinder besonders anfällig für mögliche Schäden durch solche Dienste sind.
Die Kommission fordert den Instagram- und Facebook-Mutterkonzern Meta auf, seine Maßnahmen zu verstärken, um den Zugang von Kindern unter 13 Jahren wirksam zu verhindern, sie zu erkennen und von den Diensten zu entfernen. Zudem müsse das Unternehmen Risiken für Minderjährige besser bewerten und ein hohes Maß an Privatsphäre, Sicherheit und Schutz gewährleisten.
Meta kann nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen und nachbessern. Bestätigt sich der Verdacht, drohen dem Konzern Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Zugleich rief die Kommission die EU-Staaten auf, die Einführung einer europäischen App zur Altersüberprüfung zu beschleunigen. Um den Jugendschutz zu verbessern, hatte die EU kürzlich eine App zur Altersverifizierung entwickelt.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
mab
Zuerst veröffentlicht 29.04.2026 10:48 Letzte Änderung: 29.04.2026 12:16
Schlagworte: EU, Medien, Kinder, NEU
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