29.04.2026 12:54
Hagen (epd). Die Staatsanwaltschaft Hagen hat ein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter der "Westfalenpost" wegen des Verdachts der Verleumdung eingestellt. Die Entscheidung sei Ende März wegen "erwiesener Unschuld" getroffen worden", bestätigte die Justizbehörde am 19. April dem epd auf Anfrage. Der Hagener Ratsherr Andreas Geitz (AfD) hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ende 2024 mehrere Personen angezeigt, nachdem die Zeitung im Sommer 2023 über seine Teilnahme am sogenannten Sturm auf die Reichstagstreppe in Berlin berichtet hatte.
Im Sommer 2020 waren Hunderte rechtsextreme Demonstranten mit Reichsflaggen bis vor die Türen des Reichstagsgebäudes gelangt. Nach Angaben der Berliner Behörden zogen die Protestierenden einen Sturm auf das Parlament in Erwägung. Zuvor war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen vor der russischen Botschaft gekommen.
Agenturfotos zeigten den AfD-Politiker und Touristik-Unternehmer Geitz in einer Menge von Demonstrierenden vor dem Reichstag. Auf den Bildern trägt er die Flaggen von Deutschland und den USA mit sich.
Laut "Westfalenpost" waren vier Redakteure von der Anzeige betroffen. Der AfD-Politiker habe auf Anfrage der Zeitung zu unterschiedlichen Zeitpunkten voneinander abweichende Angaben zu dem Vorfall gemacht, hieß es in einem Bericht in eigener Sache. So habe er nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn seine Teilnahme an den Protesten abgestritten, später habe er den Vorfall heruntergespielt oder auf rein dokumentarische Absichten verwiesen, die er auf der Reichstagstreppe verfolgt habe. Auf epd-Anfrage wollte sich Geitz nicht zu diesen Darstellungen oder zur Einstellung des Verfahrens äußern.
liw
Zuerst veröffentlicht 29.04.2026 14:54
Schlagworte: Medien, Justiz, Rechtsextremismus
zur Startseite von epd medien