Bericht prangert Sexismus in kolumbianischer Medienlandschaft an - epd medien

04.05.2026 08:21

Sexuelle Übergriffe und Belästigung sind laut einer feministischen Initiative in der kolumbianischen Medienlandschaft weitverbreitet. Für Betroffene fehle es an Anlaufstellen in den Redaktionen.

Bogotá (epd). Kolumbianische Journalistinnen haben die sexuelle Belästigung, Übergriffe und Gewalt in der Medienlandschaft des südamerikanischen Landes angeprangert. Ein Zusammenschluss weiblicher Medienschaffender unter dem Namen "Ich glaube dir Kollegin" veröffentlichte am Sonntag (Ortszeit) einen Report, in dem mehr als 260 entsprechende Fälle gesammelt werden. Dabei handele es sich zu 80 Prozent um Vorfälle im Fernsehjournalismus, bei denen Journalistinnen von Vorgesetzten und älteren Männern belästigt, bedrängt und übergriffig angegangen worden seien.

Die feministische Initiative kritisierte, dass es in kolumbianischen Medienhäusern keine Anlaufstellen gebe, um Übergriffe und Belästigung anzuzeigen. Opfer würden, nachdem sie sich gegen einen Übergriff gewehrt hätten, von Redaktionen ausgeschlossen. Teilweise seien sie dazu gezwungen, ihre journalistische Arbeit aufzugeben.

Debatte über Sexismus in der Medienlandschaft

Die Autorinnen fordern die Regierung auf, stärker gegen sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz vorzugehen. Die Medienunternehmen müssten die seit 2024 bestehenden gesetzlichen Vorschriften gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz umsetzen.

Im März 2026 waren mehrere bekannte Fernsehmoderatorinnen mit ihren Erfahrungen von Belästigung und Übergriffen an die Öffentlichkeit gegangen. Seitdem gibt es eine Debatte über Sexismus in der Medienlandschaft. Laut einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Bericht der nationalen Vereinigung der Psychologen wurde knapp ein Viertel aller befragten Frauen in Kolumbien Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

mbs



Zuerst veröffentlicht 04.05.2026 10:21 Letzte Änderung: 04.05.2026 10:46

Schlagworte: Kolumbien, Medien, Frauen, NEU

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