05.05.2026 08:00
Köln, Dortmund (epd). Die Kommunikationswissenschaftlerin Wiebke Möhring hat Lokaljournalismus als ein "Frühwarnsystem der Demokratie" bezeichnet. Lokaljournalismus schaffe Öffentlichkeit und informiere darüber, was vor Ort in den nächsten Wochen und Monaten an Entscheidungen anstehe, sagte die Professorin für Online- und Printjournalismus der TU Dortmund am Dienstag im WDR5-"Morgenecho". "Wir sehen, dass, wenn sich Lokaljournalismus aus den Regionen zurückzieht oder auch er dort einfach nicht mehr erscheint, sogenannte blinde Flecken entstehen", erläuterte die Wissenschaftlerin.
Die Wahlbeteiligung sinke, das Vertrauen in Politik gehe zurück, und einige Studien zeigten auch, dass das Risiko für Korruption steige, "weil eben niemand mehr genau hinschaut". Ohne Öffentlichkeit fehle die Entscheidungsbasis, und Menschen könnten sich nicht in dem Maße einbringen, wie es für eine lebendige Demokratie notwendig sei, unterstrich Möhring.
Der Lokaljournalismus stehe unter ökonomischem Druck, weil Menschen immer weniger bereit seien, dafür Geld auszugeben, sagte die Forscherin im WDR. Wenn weniger Menschen Lokaljournalismus etwa über Abonnements kauften, sinke die Reichweite einer Zeitung, und dadurch sinke der Anzeigenpreis. "Und wir sind in einer Abwärtsspirale", betonte Möhring.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
lwd
Zuerst veröffentlicht 05.05.2026 10:00
Schlagworte: Medien, Presse, Gesellschaft, Demokratie
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