05.05.2026 12:38
Berlin (epd). Die Barrierefreiheit im deutschen Privatfernsehen wächst stetig. Das geht aus einem Monitoring-Bericht der Landesmedienanstalten hervor, der am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Die Free-TV-Sender Sat.1, ProSieben, Kabel Eins, Sixx und ProSieben Maxx des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 boten demnach eine durchschnittliche Untertitelungsquote von 45,9 Prozent. Mit 4,9 Prozentpunkten erreichen sie im Vorjahresvergleich die höchste Steigerung unter den großen Sendergruppen. Spitzenreiter Kabel Eins erreichte eine Quote von 62 Prozent.
Auch RTL Deutschland mit den Free-TV-Sendern RTL, RTLzwei, VOX, Super RTL und Nitro steigerte seine durchschnittliche Untertitelungsquote. Sie legte um 1,6 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent zu. Spitzenreiter blieb hier Vox mit einer stabilen Quote von 42 Prozent.
Die Branche setze zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI), um Untertitel effizienter und in größerem Umfang zu produzieren, teilten die Medienanstalten mit. Mehrere Sender planen dem Monitoring-Bericht 2025 zufolge den KI-Einsatz zur Untertitelgenerierung zukünftig auch für Live-Formate wie Fußballspiele.
"Teilhabe ist kein frommer Wunsch, sondern essenziell für unsere Demokratie", erklärte die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt und Themenbeauftragte der Medienanstalten für Barrierefreiheit, Cornelia Holsten. "Die privaten Anbieter haben das verstanden und arbeiten daran. Jetzt gilt es, dieses Engagement weiter auszubauen und leichter auffindbar zu machen."
An der freiwilligen Erhebung beteiligten sich den Angaben zufolge 146 von 211 angeschriebenen Sendern. Gemäß Medienstaatsvertrag sind bundesweit zugelassene private Fernsehveranstalter sowie Anbieter fernsehähnlicher Telemedien verpflichtet, regelmäßig über den Stand der Barrierefreiheit ihrer Angebote zu berichten.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
nbl
Zuerst veröffentlicht 05.05.2026 14:38
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Behinderung
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