Mai 2026 - epd medien

07.05.2026 14:53

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Personalien


Michael Radomski, Gründer und Geschäftsführer des Sendernetzbetreibers Uplink Network, ist am 5. Mai im Alter von 52 Jahren verstorben. Radomski sei eine der prägenden Unternehmerpersönlichkeiten der deutschen Rundfunk- und Telekommunikationsbranche und ein besonderer Mensch gewesen, erklärte das Unternehmen. Mit der Gründung von Uplink 2013 habe Radomski den Grundstein für eine Firma gelegt, die sich unter seiner Führung zum größten unabhängigen Sendernetzbetreiber Deutschlands entwickelte habe und zu einem zentralen Partner zahlreicher privater Programmveranstalter und öffentlich-rechtlicher Sender geworden sei. Es sei "maßgeblich sein Verdienst, dass eines der letzten Monopole in Deutschland, die technische Infrastruktur der Radioübertragung, aufgebrochen wurde". Die Sendernetzbetreiber Uplink aus Düsseldorf und Divicon Media aus Leipzig hatten sich 2024 wirtschaftlich und organisatorisch zusammengeschlossen. Das Fusionsunternehmen nimmt eine bedeutende Rolle im deutschen Sendebetrieb für UKW und DABplus ein.

Nicholas Potter, Buch-Autor und Journalist, verlässt die "tageszeitung" (taz). Das teilte Potter am 6. Mai auf seinen Accounts bei Instagram und LinkedIn mit. Er habe zehn Jahre für die taz geschrieben, die letzten beiden als Redakteur. Kürzlich erschien Potters Buch "Die neue autoritäre Linke". Nach Angaben der taz im April 2025 wurde auf einem Plakat offen zur Gewalt gegen den Journalisten aufgerufen. Potter berichtet häufig zum Nahost-Konflikt.

Kurzmeldungen


Der Burda-Verlag schließt seine Bewegtbild-Einheit BurdaStudios. Gründe dafür seien "anhaltende Rückgänge im Bereich des linearen TV-Geschäfts und fehlende wirtschaftliche Perspektiven bei der Produktion von Inhalten für digitale Plattformen", sagte eine Verlagssprecherin dem epd auf Anfrage. Die BurdaStudios hatten demnach seit Anfang 2025 "mit einem bereits deutlich verkleinerten Team gezielt in die Stabilisierung des TV-Geschäfts und den Ausbau der Content-Strategie für nicht-lineare Plattformen investiert". Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich seit dieser Zeit weiter verschlechtert. "Aus diesem Grund konnten die großen Anstrengungen des Teams zur Akquise von neuen Aufträgen leider nicht die erhoffte Wirkung erzielen", erklärte die Sprecherin. Zur Schließung habe es nun "keine sinnvolle unternehmerische Alternative mehr" gegeben. Rund 30 Kolleginnen und Kollegen seien von der Maßnahme betroffen, die BurdaStudios hätten sich mit dem Betriebsrat auf eine Regelung geeinigt.

Die Wirtschaftsberichterstattung bei NTV wird künftig nicht mehr unter der Marke "Telebörse" präsentiert. Wie die Mediengruppe RTL Deutschland, zu der NTV gehört, mitteilte, bündelt der Nachrichtensender "seine wirtschaftsjournalistische Kompetenz unter der Marke 'NTV Wirtschaft'". Susanne Althoff, stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin Wirtschaft bei NTV, sagte, die "Telebörse" sei seit mehr als 30 Jahren "eine feste Größe in der deutschen Wirtschaftsberichterstattung". Sie stehe wie kaum ein anderes Format für Verlässlichkeit und Expertise. Mit "NTV Wirtschaft" solle die Marke weiterentwickelt werden: "inhaltlich breiter, visuell moderner, crossemdial". Die 1994 gestartete "Telebörse" gilt laut RTL als "Mutter aller Wirtschaftssendungen". Die Sendung präsentierte in bis zu 22 Ausgaben täglich aktuelle Informationen zu den Börsen, Unternehmen und Märkten.

Preise


Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, und der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, erhalten in diesem Jahr den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis. Sie zeigten "beharrliches, grenzüberschreitendes Engagement für Stabilität, Vertrauen und den deutsch-französischen Dialog", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP) und Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), Martin Grasmück. Die undotierte Auszeichnung wird zusammen mit dem DFJP am 16. September in Paris vergeben.

Die ARD hat auch in diesem Jahr junge Audiotalente mit dem Kurt-Magnus-Preis ausgezeichnet. Gewinnerinnen sind Selin "Selly" Kahya, Rebecca Barth, Mia von Hirsch, Luisa Meyer und Sophie Anggawi. Die RBB-Journalistin Kahya (erster Preis) verbinde zugängliche Moderation mit inhaltlicher Tiefe, hieß es. In der "Fritz Frühschicht" erreiche sie ein junges Publikum und verknüpft Alltags-, Kultur- und Politikthemen, im Politikformat "Berlin Code" bereite sie bundespolitische Fragen verständlich auf. Rebecca Barth vom WDR (zweiter Preis) berichte seit Juni 2022 aus Kiew für den ARD-Hörfunk unter anspruchsvollen Bedingungen und ordne die Entwicklungen des Krieges differenziert ein. Luisa Meyer (dritter Platz), Redakteurin des Religionsmagazins "Tag für Tag" und des Features "Aus Religion und Gesellschaft" im Deutschlandfunk, behandle schwierige Themen "klug, kritisch und fundiert". Mia von Hirsch (ebenfalls dritter Platz) von der Kultur-Unit und vom crossmedialen Reporterteam X-Lab des HR erzähle mit Menschenkenntnis und Empathie "Perspektiven von Pfandsammlern und Brandopfern, Schlagerkünstlern und Drogenabhängigen". Sophie Anggawi (vierter Platz) von Radio Bremen ist unter anderem Social-Media-Host und crossmediale Reporterin. Sie mache Journalismus "zugänglich, indem sie Verbindungen herstellt", lobte die Jury. Die Dotierungen der Preise liegen zwischen 3.000 und 7.000 Euro.

Der Sudanesische Journalistenverband hat in diesem Jahr den Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit der Unesco erhalten. Die Unesco würdigt damit den Einsatz des Verbandes für die Pressefreiheit im Sudan und seine "Rolle bei der Dokumentation und Verurteilung gezielter Angriffe auf Medienschaffende" im seit Jahren andauernden Bürgerkrieg. Seit Kriegsbeginn 2023 hat der Verband eigenen Angaben zufolge 32 getötete Journalistinnen und Journalisten sowie 556 Verstöße gegen Medienschaffende dokumentiert. 90 Prozent der sudanesischen Medieninfrastruktur seien zerstört. Medienschaffende würden bedroht, festgenommen und massiv an ihrer Arbeit gehindert. Der Cano-Preis wurde anlässlich des Welttages der Pressefreiheit am 3. Mai 2026 verliehen.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Hessen hat die "Feder für die Pressefreiheit" an die inhaftierte philippinische Journalistin Frenchie Mae Cumpio vergeben. Die 27-Jährige sei im Januar wegen angeblicher Terrorfinanzierung schuldig gesprochen worden, teilte der Landesverband mit. Bevor Cumpio 2020 inhaftiert worden sei, habe sie regelmäßig über mutmaßliche Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen durch Polizei und Militär in ihrer Heimatregion berichtet. Nun drohe ihr eine Haftstrafe von bis zu 18 Jahren. Frenchie Mae Cumpio stehe stellvertretend für viele mutige Journalistinnen. "Ihre Inhaftierung zeigt, wie fragil Pressefreiheit sein kann, wenn staatliche Macht missbraucht wird", betonte der TV-Moderator und Pate der Aktion, Ingo Zamperoni, und forderte die Freilassung Cumpios.

red



Zuerst veröffentlicht 08.05.2026 08:50

Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen

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