Spardruck: MDR will ARD-"Mittagsmagazin" abgeben - epd medien

08.05.2026 08:48

Der MDR arbeitet weiter an Einsparungen und neuen Strukturen. Der Sender spricht von "strategischen Entscheidungen".

ARD-"Mittagsmagazin" mit Tino Böttcher und Mariama Jamanka

Leipzig (epd). Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) erwägt wegen anhaltenden Spardrucks, die Verantwortung für das ARD-"Mittagsmagazin" zum Ende des Jahres abzugeben. Dies bestätigte MDR-Unternehmenssprecher Michael Naumann am Freitag dem epd in Leipzig. Es gebe dazu innerhalb der ARD Gespräche. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe Bereitschaft signalisiert, das Mittagsmagazin möglicherweise zu übernehmen.

Die bislang von den Bundesländern zum 1. Januar 2025 nicht erfolgte Umsetzung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags bedeute für den MDR "eine umfangreiche Budget-Kürzung", hieß es. Diese Situation zwinge den Sender zu "strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken".

Regionales bewahren

Dennoch wolle der MDR seine "Stärken als regional verankerter Medienanbieter" bewahren. Details sollen laut Naumann zunächst mit den MDR-Gremien Rundfunkrat und Verwaltungsrat sowie dem Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprochen werden. Ob das Thema am Montag im MDR-Rundfunkrat besprochen wird, ließ der Sprecher offen.

Der MDR hatte das "Mittagsmagazin" Anfang 2024 vom RBB übernommen und sendet das Format seitdem im wöchentlichen Wechsel mit dem ZDF von Leipzig aus. Der RBB hatte die Produktion aus finanziellen Gründen abgegeben.

Darüber hinaus will die Drei-Länder-Anstalt das Magazin "MDR um 2" von 2027 an nicht mehr als lineares TV-Magazin fortführen, sondern als Streamingvariante. Dies entspreche "heutigen und künftigen Mediennutzungsgewohnheiten wesentlich besser", hieß es.

lob



Zuerst veröffentlicht 08.05.2026 10:48 Letzte Änderung: 08.05.2026 11:45

Schlagworte: Medien, MDR, NEU

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