Inhaftierter DW-Korrespondent im Niger vorläufig freigelassen - epd medien

09.05.2026 08:54

Nach 105 Tagen kommt ein im Niger inhaftierter Korrespondent der Deutschen Welle vorläufig frei.

Bonn (epd). Ein im Januar im Sahel-Staat Niger festgenommener Korrespondent der Deutschen Welle ist nach Angaben des Auslandssenders vorerst wieder frei. Der Journalist sei nach 105 Tagen vorläufig aus der Haft entlassen worden, wie die DW am späten Freitagabend in Bonn mitteilte. Das gegen ihn eingeleitete Verfahren sei allerdings nach wie vor anhängig, hieß es.

Hintergrund der Inhaftierung war den Angaben zufolge ein Bericht, der am 15. Januar auf DW Hausa veröffentlicht wurde. Die Deutsche Welle stand nach eigenen Angaben während der gesamten Haftzeit in engem Kontakt mit den Angehörigen des Journalisten und einer lokalen Anwaltskanzlei. Intendantin Barbara Massing äußerte sich erleichtert über die Freilassung.

Militärs an der Macht

Der Niger wird seit einem Putsch im Juli 2023 von Militärs regiert. Seither hat sich die Menschenrechtslage laut Amnesty International verschlechtert. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" steht das afrikanische Land auf Platz 120 von 180. Nach Einschätzung der Journalistenorganisation war der Staatsstreich "Auslöser für schwerwiegende Verstöße gegen die Pressefreiheit in dem Land." Auch das wirtschaftliche Umfeld für die Medien habe sich erheblich verschlechtert.

Die Deutsche Welle berichtet nach eigenen Angaben weltweit in 32 Sprachen. Die TV-, Online- und Radioangebote erreichen demnach jede Woche 337 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Zu den Programmsprachen zählt auch das in Westafrika verbreitete Hausa.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

moe



Zuerst veröffentlicht 09.05.2026 10:54

Schlagworte: Niger, Medien

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