MDR pausiert "Tatort-" und "Polizeiruf"-Neuproduktionen - epd medien

11.05.2026 11:49

Der Mitteldeutsche Rundfunk sieht sich mit umfangreichen Budget-Kürzungen konfrontiert. Das hat Auswirkungen auf das Programm: Für drei Jahre sollen keine neuen Folgen für "Tatort" und "Polizeiruf" produziert werden.

Leipzig (epd). Wegen Sparmaßnahmen sollen beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) "Tatort-" und "Polizeiruf"-Neuproduktionen für drei Jahre pausieren. "Der MDR hat bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Produktionen vorrätig, die in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen", teilte die Rundfunkanstalt am Montag in Leipzig mit. Die bislang durch die Bundesländer seit Januar 2025 nicht erfolgte Umsetzung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags bedeute für den MDR eine umfangreiche Budget-Kürzung. "Diese Situation zwingt den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang der MDR-Programmangebote auswirken werden", hieß es.

Zudem werde es eine konsequente Nutzung von digitalen Ausspielwegen für jüngere Zielgruppen geben. Dazu solle das Jugendradio "MDR Sputnik" bereits ab 2027 nicht mehr über UKW ausgestrahlt werden. Um Regionalität und digitale Nutzung zu priorisieren, werde es ab 2027 auch an Feiertagen wieder die drei eigenständigen Landesmagazine ab 19 Uhr im MDR-Fernsehen geben.

"Mittagsmagazin" soll abgegeben werden

Bereits vergangene Woche hatte der MDR Berichte bestätigt, wonach der Sender erwägt, die Verantwortung für das ARD-"Mittagsmagazin" zum Ende des Jahres abzugeben. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe Bereitschaft signalisiert, das "Mittagsmagazin" möglicherweise zu übernehmen. Darüber hinaus kündigte die Drei-Länder-Anstalt an, das Magazin "MDR um 2" von 2027 an nicht mehr als lineares TV-Magazin fortzuführen, sondern als Streamingvariante.

Für die aktuelle Finanzperiode (2025-2028) hatte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) 2024 eine Anhebung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent auf monatlich 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 empfohlen. Die Bundesländer setzten diese jedoch nicht um, sodass es bei einer Beitragshöhe von 18,36 Euro blieb. ARD und ZDF zogen deswegen Ende 2024 vor das Bundesverfassungsgericht, dessen Entscheidung noch aussteht. Im Februar änderte die KEF ihre Empfehlung aus dem Jahr 2024 und empfahl eine Anhebung des Rundfunkbeitrags um nur noch 28 Cent auf 18,64 Euro ab 2027.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

ema



Zuerst veröffentlicht 11.05.2026 13:49

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Rundfunk

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